Schwitzige Hände? Hyperhidrose verstehen und behandeln

Schwitzige Handflächen und Stirn? Mehr als nur Nervosität - Verständnis für primäre Hyperhidrose in den VAE
Die meisten von uns betrachten Schwitzen als natürliche Reaktion des Körpers auf heißes Wetter, Sport oder stressige Situationen. Doch in den Vereinigten Arabischen Emiraten sehen sich immer mehr Menschen mit einer weniger bekannten und sehr unangenehmen Erkrankung konfrontiert: der primären palmaren Hyperhidrose, die durch übermäßiges Schwitzen der Handflächen gekennzeichnet ist und nicht mit Temperatur oder Nervosität in Verbindung steht.
Was ist primäre Hyperhidrose?
Primäre Hyperhidrose ist eine chronische Erkrankung, die durch die übermäßige Aktivität des sympathischen Nervensystems verursacht wird. Betroffene erleben regelmäßig und oft unvorhersehbar starkes Schwitzen an Handflächen, Fußsohlen, Achselhöhlen oder Stirn – auch im Ruhezustand in einem klimatisierten Raum.
Diese Erkrankung ist nicht dasselbe wie sekundäre Hyperhidrose, bei der das Schwitzen durch eine zugrunde liegende Erkrankung wie Hyperthyreose oder Diabetes verursacht wird. Die primäre Form ist unabhängig und tritt oft schon in der Adoleszenz auf.
Mehr als eine Unannehmlichkeit - Alltagsauswirkungen
Auch wenn es harmlos erscheinen mag, kann übermäßiges Schwitzen die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Beispielsweise erschweren schwitzige Handflächen das Schreiben, die Nutzung von Touchscreens oder das Händeschütteln. Diese kleinen, aber alltäglichen Interaktionen stellen eine ernsthafte psychologische Belastung dar, insbesondere für junge Menschen und Berufstätige.
Viele berichten von Angstzuständen, dem Vermeiden sozialer Interaktionen und sogar Depressionen. Laut Rückmeldungen wird die unvorhersehbare Natur der Erkrankung – nicht zu wissen, wann ein Schweißanfall auftreten wird – selbst zur Stressquelle, was die Symptome weiter verschlimmert.
Missverständnisse und verzögerte Diagnose
In den VAE berichten viele Gesundheitseinrichtungen, dass Patienten oft jahrelang keinen ärztlichen Rat einholen, weil sie glauben, ihr Schwitzen sei lediglich Teil ihrer Persönlichkeit oder Nervosität. Ärzte betonen, dass es sich lohnt, einen Dermatologen zu konsultieren, wenn das Schwitzen symmetrisch (beide Hände oder Stirn), häufig und nicht mit Temperatur oder psychischem Stress verbunden ist.
Immer mehr Fachkliniken erkennen die Bedeutung dieser Erkrankung und bieten verschiedene therapeutische Optionen an – von lokalen Antitranspirantien bis hin zu Medikamenten, einschließlich Injektionen und chirurgischen Lösungen.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Zu den Behandlungsmethoden zählt der erste Schritt in der Regel die Verwendung von lokalen Antitranspirantien, die Aluminiumchlorid enthalten. Diese bieten jedoch oft keine ausreichende Lösung. Dann können orale Medikamente eingeführt werden, die jedoch oft Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit oder Kopfschmerzen verursachen.
Botox-Injektionen können wirksam sein, um die Schweißdrüsen vorübergehend zu lähmen, allerdings halten sie nur ein paar Monate und ihre Wiederholung kann kostspielig sein.
Wenn diese nicht zu einer signifikanten Verbesserung führen, kann eine minimalinvasive chirurgische Methode namens thorakoskopische Sympathektomie in Betracht gezogen werden. Bei dieser Operation werden gezielt sympathische Nerven im Brustbereich durchtrennt, was oft dauerhafte Ergebnisse liefert, indem die Ursache des Schwitzens beseitigt wird.
Erfolgsgeschichten: Junge Menschen gewinnen Vertrauen zurück
In Dubais führenden Krankenhäusern haben mehrere jugendliche Patienten dieses Verfahren erfolgreich durchlaufen. Nach der Operation hörte das Handschwitzen praktisch auf und sie konnten wieder selbstbewusst an schulischen und sozialen Aktivitäten teilnehmen. Der einzige berichtete Nebeneffekt war ein mildes, vorübergehendes Brustschmerzempfinden an der Operationsstelle, das schnell nachließ.
Solche Ergebnisse zeigen, dass die Erkrankung zwar nicht lebensbedrohlich ist, aber zu einem erheblichen Qualitätsverlust im Leben führen kann und ernst genommen werden sollte.
Wichtige Informationen für Bewohner der VAE
Das moderne Gesundheitssystem in den Vereinigten Arabischen Emiraten bietet eine ständig wachsende Auswahl an Optionen für Menschen, die mit Hyperhidrose leben. Diagnosen mit Hilfe eines Dermatologen oder Neurologen können relativ schnell durchgeführt werden. Die meisten öffentlichen und privaten Krankenhäuser verfügen bereits über Erfahrungen mit einem breiten Spektrum von Behandlungsoptionen, einschließlich chirurgischer Eingriffe.
Einige Versicherungen – insbesondere private Krankenversicherungen – können die Kosten für Konsultationen, Medikamente oder sogar chirurgische Eingriffe teilweise übernehmen, daher lohnt es sich, im Vorfeld mit dem Anbieter zu sprechen.
Zusammenfassung
Übermäßiges Schwitzen von Handflächen und Stirn ist nicht nur eine Unannehmlichkeit, sondern eine Erkrankung mit erheblichen psychologischen und sozialen Auswirkungen. Primäre palmare Hyperhidrose wird oft missverstanden und unterdiagnostiziert, dennoch gibt es wirksame Behandlungen, einschließlich potenziell dauerhafter Lösungen.
Für Menschen in den VAE besteht die Möglichkeit, einen Arzt zu konsultieren, eine genaue Diagnose zu erhalten und die für sie richtige Therapie zu finden. Ob minimale Behandlung oder chirurgischer Eingriff, das Ziel bleibt dasselbe: Kontrolle über den eigenen Körper und das Leben zurückzugewinnen.
(Der Artikel basiert auf Expertenberichten.)
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