Steigende Gehälter und Erwartungen in den VAE 2026

Gehaltserhöhungen in den VAE bis 2026: Wachsende Erwartungen und Herausforderungen des Arbeitsmarktes
Der Arbeitsmarkt in den Vereinigten Arabischen Emiraten und der weiteren Golfregion steht bis 2026 vor signifikanten Veränderungen. Mehr Fachleute erwarten Gehaltserhöhungen, und Arbeitgeber spüren zunehmend den Druck, wettbewerbsfähige Vergütungen und Karrieremöglichkeiten anzubieten, um Top-Talente zu halten. Laut dem Hays GCC Gehaltsführer 2026 bleibt die Unzufriedenheit mit den Gehältern trotz mehr Gehaltserhöhungen im Jahr 2025 weit verbreitet.
Gehaltserhöhungen im letzten Jahr – Immer noch nicht genug
Der aktuelle Bericht von Hays zeigt, dass 58 % der Befragten im Jahr 2025 eine Gehaltserhöhung erhalten haben, verglichen mit nur 51 % im Vorjahr. Die häufigste Erhöhung lag zwischen 2,5 % und 5 %, aber 12 % gaben an, eine Erhöhung von mehr als 20 % erhalten zu haben. Dennoch glauben 60 % der Arbeitnehmer, dass ihr derzeitiges Gehalt ihre Verantwortlichkeiten und Arbeitsbelastung nicht widerspiegelt. Dies zeigt, dass die Gehaltserhöhungen nicht mit den Erwartungen der Mitarbeiter Schritt gehalten haben, insbesondere da qualifizierte Arbeitskräfte immer schwerer zu finden sind.
Höhere Erwartungen für 2026
Einer der interessantesten Teile des Berichts ist die Zukunftsprognose: 78 % der Befragten hoffen, 2026 eine Gehaltserhöhung zu erhalten, wobei fast ein Viertel von ihnen eine Erhöhung von mehr als 20 % erwartet. Doch nicht nur die Angestellten sind optimistisch, sondern auch die Arbeitgeber: 70 % geben an, dass ihr Unternehmen im kommenden Jahr Gehälter voraussichtlich erhöhen wird, wobei die meisten Erhöhungen um 5 % geplant sind.
Steigende Rekrutierungsaktivität, besonders in den VAE und Saudi-Arabien
Im Jahr 2025 erhöhten zwei Drittel der Arbeitgeber ihre Belegschaft. Die aktivste Rekrutierung fand in den VAE und Saudi-Arabien statt, wo bedeutende Investitionen weiterhin in Technologie, Bankwesen, Bauwesen, Immobilienentwicklung, Transport und Logistik fließen. Die Schaffung neuer Arbeitsplätze wird nicht nur durch Wirtschaftswachstum, sondern auch durch Diversifikationsstrategien und Digitalisierungsziele vorangetrieben.
Bis 2026 wird die Nachfrage nach technischen, digitalen, Führungs- und Managementpositionen steigen, zusammen mit der zunehmenden Beliebtheit flexibler Beschäftigungsformen wie Vertrags- oder Freiberuflicherarbeit. Dieser Trend ermöglicht es Unternehmen, flexibler auf projektspezifische Anforderungen und saisonale Belastungen zu reagieren.
Fachkräftemangel bleibt bestehen
Trotz aktiver Rekrutierung durch Unternehmen bleibt der Fachkräftemangel ein ernstes Problem. Laut dem Bericht erlebten 90 % der Unternehmen im Jahr 2025 ein gewisses Maß an Fachkräftemangel, wobei die Probleme von mild bis extrem reichten. Die häufigsten Gründe waren niedrige oder nicht wettbewerbsfähige Gehälter, starker Marktwettbewerb, mangelnde Branchenschulung und begrenzte Aufstiegsmöglichkeiten.
Die Fluktuationsrate ist ebenfalls hoch: 27 % der Fachkräfte wechselten im letzten Jahr den Job, und weitere 40 % erwägen 2026 einen Wechsel. Daher entscheiden sich Mitarbeiter nicht nur aufgrund höherer Gehälter, sondern auch aufgrund des gesamten Vergütungspakets und der Arbeitsbedingungen.
Es geht nicht nur um Bezahlung – Leistungen im Fokus
Während das Gehalt ein Schlüsselfaktor bei Entscheidungsprozessen bleibt, gewinnen nicht-monetäre Vorteile zunehmend an Bedeutung. Zu den von den Mitarbeitern am meisten geschätzten Vorteilen gehören Unterstützung für die Ausbildung von Kindern, zusätzliche Urlaubstage, flexible Arbeitsmöglichkeiten, Möglichkeiten zur Remote-Arbeit und Ruhepausen zur Unterstützung der psychischen Gesundheit.
Demgegenüber bieten Arbeitgeber am häufigsten bezahlten Krankenstand, grundlegende Krankenversicherung und einige zusätzliche freie Tage an. Diese Diskrepanz zwischen angebotenen und erwarteten Leistungen kann zur Fluktuation der Belegschaft beitragen, insbesondere bei talentierten und erfahrenen Fachkräften.
Die Konkurrenz verschärft sich: Chancen in Dubai und der Region
Dubai und die gesamte GCC-Region bleiben attraktive Ziele für internationale Fachkräfte, insbesondere wegen starker wirtschaftlicher Diversifikationsstrategien, der wachsenden digitalen Wirtschaft und hoher Lebensstandards. Arbeitgeber stehen jedoch vor einer ernsthaften Herausforderung: Wie können sie attraktivere Gehälter und Leistungen bieten und gleichzeitig Kostenkontrolle und Rentabilität aufrechterhalten?
Die derzeitige Situation deutet darauf hin, dass alleinige Gehaltserhöhungen nicht ausreichen. Mitarbeiterwertschätzung und -loyalität können mit einem komplexen, vielschichtigen Werkzeugset erreicht werden, das sich nicht nur auf die Bezahlung, sondern auch auf Entwicklungsmöglichkeiten, Work-Life-Balance und die Berücksichtigung individueller Bedürfnisse konzentriert.
Zusammenfassung
Das Jahr 2026 könnte für den Arbeitsmarkt der VAE ein Jahr der Veränderung sein. Während das Gehaltswachstum anhält, steigen die Erwartungen der Mitarbeiter schneller, als es die Arbeitgeber bieten können. Um in diesem zunehmend wettbewerbsorientierten Umfeld erfolgreich zu bleiben, müssen Unternehmen nicht nur ihre Vergütungspolitik, sondern auch ihre gesamten HR-Strategien überdenken. Dubai könnte in diesem Prozess weiterhin eine führende Rolle spielen, indem es sich flexibel und innovativ an globale Trends anpasst.
(Quelle des Artikels basierend auf dem aktuellen Bericht von Hays.)
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