Rückgang der Goldschmucknachfrage in den VAE 2025

Goldschmuckmarkt in den VAE: Warum die Nachfrage 2025 um 15% sank?
In den Vereinigten Arabischen Emiraten verzeichnete die Nachfrage nach Goldschmuck im Jahr 2025 laut den neuesten Statistiken des World Gold Council einen signifikanten Rückgang von 15% im Vergleich zum Vorjahr. Der zugrunde liegende Grund dafür ist keine Nachfragestörung, sondern vielmehr das Gegenteil: ein steigender Goldpreis und dessen Auswirkungen. Der globale Marktpreis für Gold erreichte im Jahr 2025 mehrere historische Höchststände, was das Interesse an Gold nicht minderte, sondern die Kaufgewohnheiten in den Emiraten erheblich veränderte.
Die Nachfrage sank in der Menge, stieg jedoch im Wert
Im Jahr 2024 wurden in den VAE 34,7 Tonnen Goldschmuck verkauft, während diese Zahl im Jahr 2025 auf 29,4 Tonnen fiel. Besonders schwach war das vierte Quartal mit einem Rückgang von genau 15%, wobei der Absatz auf 7,5 Tonnen rutschte. Der Rückgang der Menge war nicht auf ein mangelndes Interesse zurückzuführen, sondern auf steigende Preise. Käufer wandten sich zunehmend leichterem Schmuck oder alternativen Goldinvestitionen wie Barren und Münzen zu.
Im Gegensatz dazu ist das Bild in Bezug auf den Wert ganz anders. Der Goldpreis stieg so stark, dass trotz weniger Schmuckkäufe der Gesamterlös dennoch eine Steigerung zeigte. Dies zeigt deutlich, dass Verbraucher weiterhin an Gold als Wertaufbewahrungsmittel festhalten, nur in unterschiedlichen Formen.
Die Nachfrage nach Münzen und Goldbarren stieg an
Während die Schmucknachfrage sank, bewegte sich das Segment für Goldbarren und Münzen in die entgegengesetzte Richtung. Das Interesse an diesen stieg in den VAE im Jahr 2025 um 24%, mit insgesamt 14,8 Tonnen, die verkauft wurden. Dies deutet darauf hin, dass viele Einwohner und Investoren glaubten, der Goldpreis würde weiter steigen und dass es sich lohnen würde, das Edelmetall in physischer Form zu halten. Ein bedeutender Teil der Käufer traf diese Entscheidung wahrscheinlich aufgrund von Marktvolatilität, Inflation oder geopolitischen Risiken.
Betrachtet man das Jahr als Ganzes, betrug die Gesamtnachfrage — einschließlich Schmuck, Münzen und Barren — 44,2 Tonnen, was einen jährlichen Rückgang von 4% markiert. Interessanterweise stieg die Nachfrage im vierten Quartal wieder an und erreichte 11,7 Tonnen im Vergleich zu 9,7 Tonnen im dritten Quartal. Dies könnte darauf hinweisen, dass Käufer trotz hoher Preise weiterhin an den langfristigen Wert von Gold als stabile Anlage glauben.
Globale Rekorde wurden ebenfalls aufgestellt
Globale Trends spiegeln die Erfahrungen in den VAE wider: Weltweit überstieg die Goldnachfrage im Jahr 2025 erstmals 5.000 Tonnen. Dies geschah trotz steigender Goldpreise und mehrerer Rekordhöchststände. Die Nachfrage wurde hauptsächlich durch Investitionsüberlegungen getrieben: Unsichere wirtschaftliche und politische Umfelder sowie Inflationsdruck veranlassten viele Investoren, Gold als sicheren Hafen zu kaufen.
Global erreichte das Investmentkapital, das in Gold floss, 2.175 Tonnen. Besonders hervorzuheben sind Käufe über ETFs, wobei Investoren 801 Tonnen zu ihren Beständen hinzufügten. Die weltweite Nachfrage nach Goldbarren und Münzen erreichte 1.374 Tonnen im Wert von 154 Milliarden Dollar, ebenfalls ein Rekord.
In den Statistiken stachen China und Indien hervor: Zusammen machten sie mehr als 50% der Kategorie der Goldbarren und -münzen aus, wobei China seine Nachfrage um 28% und Indien um 17% erhöhte. Dies zeigt deutlich, dass die östlichen Märkte weiterhin wichtige Akteure im Goldmarkt sind.
Die Rolle der Zentralbanken bleibt bedeutend
Auch Zentralbanken beteiligten sich an Goldkäufen: Im Jahr 2025 akkumulierten offizielle Sektoren 863 Tonnen Gold. Obwohl dies hinter den über 1.000-Tonnen-Ergebnissen der vorangegangenen drei Jahre zurückbleibt, ist es immer noch bemerkenswert hoch und bestätigt, dass Gold weiterhin eine wichtige Rolle bei der Diversifizierung nationaler Reserven spielt.
Was ist 2026 zu erwarten?
Laut Prognosen des World Gold Council könnten die aktuellen Trends auch 2026 anhalten. Wirtschaftliche und geopolitische Instabilitäten haben bislang keine wesentliche Entspannung gezeigt, sodass es wahrscheinlich ist, dass Investoren weiterhin Gold als sicheren Hafen suchen werden. Daher dürfte die Nachfrage in Bezug auf den Wert bestehen bleiben, könnte jedoch aufgrund steigender Preise in der Menge weiterhin begrenzt bleiben.
Zusammenfassung
Der beobachtete 15%ige Rückgang auf dem Goldschmuckmarkt der VAE ist nicht auf eine verschwindende Nachfrage, sondern auf eine Marktanpassung zurückzuführen. Käufer reagierten auf steigende Preise, indem sie sich für leichteren Schmuck oder investitionsorientierte Barren und Münzen entschieden. Dieser Trend passt gut in das globale Muster, bei dem das Vertrauen in Gold unverändert bleibt, aber der Schwerpunkt sich zwischen den Anlageformen verlagert hat. Daher bleibt Gold ein wichtiger Akteur auf den Investitions- und Schmuckmärkten in den Vereinigten Arabischen Emiraten und weltweit — die Frage bleibt, wie viel weiter sein Preis noch steigen kann.
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