Kein Visumverbot für Pakistanis in den VAE

Kein Visumverbot für Pakistanis in den VAE – Hintergrund und Entwicklungen
In den letzten Wochen hat die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) offiziell bestätigt, dass kein Visumverbot für pakistanische Staatsangehörige verhängt wurde, trotz weit verbreiteter Gerüchte. Obwohl einige Quellen behaupten, dass die Visumerteilung vorübergehend eingeschränkt wurde, insbesondere für nichtdiplomatische oder nicht-offizielle Passinhaber, hat ein hochrangiger Beamter der pakistanischen Botschaft in den VAE Berichte über einen Visumstopp klar zurückgewiesen.
Was verursachte das Missverständnis?
Gerüchte über Visumbeschränkungen begannen zu kursieren, als ein hochrangiger Beamter des pakistanischen Innenministeriums während einer Anhörung im Senatsausschuss behauptete, dass die VAE nur Visa für Inhaber von Diplomaten- und Blaue Pässen ausstellen. In der Folge berichteten mehrere pakistanische Medien – darunter die lang etablierte Dawn – dass die VAE die Visumerteilung für pakistanische Staatsangehörige vorübergehend ausgesetzt hätten.
Ein Beamter der pakistanischen Botschaft in den VAE bestätigte jedoch, dass es kein solches generelles Verbot gibt. Laut der offiziellen Stellungnahme werden Visumanträge weiterhin auf übliche Weise bearbeitet, ohne dass landesweite Beschränkungen angewendet werden.
Pakistanische Gemeinschaft in den VAE: Strategische Bedeutung
Die pakistanische Diaspora ist eine der größten ausländischen Gemeinschaften in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Rund 1,7 Millionen pakistanische Staatsangehörige leben und arbeiten in verschiedenen Regionen des Landes, hauptsächlich in Dubai und den Nördlichen Emiraten. Diese Zahl hat nicht nur wirtschaftliche Bedeutung – durch Überweisungen von Gastarbeitern – sondern repräsentiert auch eine wichtige soziale, kulturelle und diplomatische Verbindung zwischen den beiden Ländern.
Im Haushaltsjahr 2023-24 kamen über 230.000 pakistanische Staatsbürger zu Arbeits- oder Geschäftszwecken in die VAE. Dies zeigt, dass die Möglichkeiten in den Emiraten für die pakistanische Bevölkerung attraktiv bleiben.
Neues Visa-Zentrum und Bearbeitung von 500 Anträgen täglich
Als weitere positive Entwicklung haben die VAE kürzlich ein neues Visa-Zentrum in Pakistan eröffnet, das täglich bis zu 500 Visumanträge bearbeiten kann. Das Zentrum zielt darauf ab, die Bearbeitung zu beschleunigen und die Belastung für Antragsteller zu verringern.
Im Rahmen der Modernisierungsbemühungen wurde ein E-Visa-System eingeführt, das Reisen ohne Passstempel und elektronische Bearbeitung ermöglicht. Die Verbesserung des Systems führt zu direkten, systembasierten Verbindungen zwischen den VAE und Pakistan, die einen schnelleren Datenaustausch und Bearbeitung ermöglichen.
Visum-Befreiung für diplomatische Pässe
Ab dem 25. Juli 2025 tritt eine Visumbefreiung für diplomatische und offizielle pakistanische Pässe in Kraft. Dieser Schritt verstärkt das gegenseitige Vertrauen und die strategische Partnerschaft zwischen den beiden Ländern.
Die Regelung ermöglicht es Staatsbeamten, die zu offiziellen Zwecken reisen, das Land schneller und einfacher zu betreten, was tiefere diplomatische, wirtschaftliche und Regierungsbeziehungen fördert.
Wirtschaftliche Zusammenarbeit: Fokus auf Investitionen
Zusätzlich zur Visumsituation wurden auch die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern gestärkt. Der neu ernannte pakistanische Botschafter in den VAE traf sich kürzlich mit Pakistans Finanzminister. Wichtige Themen bei den Gesprächen waren Direktinvestitionen, zwischenstaatliche Finanzierung und technologische Zusammenarbeit.
Pakistan drückte seine Dankbarkeit gegenüber den VAE für die finanzielle und handelspolitische Unterstützung über die Jahre aus, besonders in Bezug auf Überweisungen und Staatsdarlehen. Die Verhandlungsführer einigten sich darauf, künftig eng in den Bereichen Handel, Finanzen, Verteidigung und Bildung zusammenzuarbeiten.
Abgeschobene Staatsangehörige: Neue Beschränkungen in Pakistan
Während die VAE die Einreise pakistanischer Staatsangehöriger erleichtern wollen, meldet Pakistan zunehmende Beschränkungen in die entgegengesetzte Richtung. Bei einem Treffen des Innenministeriums im Mai 2025 wurde angekündigt, dass die Pässe von Personen, die von Ländern wie den VAE, GCC-Ländern oder europäischen Staaten abgeschoben wurden, bei ihrer Rückkehr ungültig gemacht würden.
Unter dieser Entscheidung werden gegen diese Personen polizeiliche Aufzeichnungen (FIRs) erstellt und ihre Namen für mindestens fünf Jahre in die zentrale Passkontrollliste aufgenommen. Diese Maßnahme schränkt ihre zukünftigen Möglichkeiten für eine Auslandsbeschäftigung oder Studienreisen erheblich ein.
Fazit
Gerüchte über ein Visumverbot verbreiteten sich schnell, doch offizielle Erklärungen und praktische Entwicklungen – wie das neue Visa-Zentrum, Online-Bearbeitung und die Befreiung für Diplomatenpässe – deuten alle darauf hin, dass die VAE weiterhin für pakistanische Staatsangehörige geöffnet bleiben. Allerdings haben die pakistanischen Behörden strengere Vorschriften gegen Abgeschobene eingeführt, was darauf hinweist, dass die bilateralen Migrationsbeziehungen nicht nur Chancen, sondern auch Verantwortlichkeiten beinhalten.
Die Beziehungen zwischen den Vereinigten Arabischen Emiraten und Pakistan bilden ein komplexes System, in dem Visa nur einen Aspekt darstellen. Gegenseitige wirtschaftliche Interessen, die Präsenz einer Multi-Millionen-Pakistani-Gemeinschaft und die Sicherstellung der regionalen Stabilität deuten darauf hin, dass zukünftige Kooperationen strategisch bedeutend bleiben werden.
(Basierend auf einer Erklärung der Botschaft von Pakistan in den Vereinigten Arabischen Emiraten.) img_alt: Grüner Reisepass der Islamischen Republik Pakistan.
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