Benzinpreise: Droht eine Erhöhung in den VAE?

Könnten die Benzinpreise in den VAE bis Februar steigen? Geopolitische Spannungen und steigende Nachfrage wirken sich aus
Für Einwohner der Vereinigten Arabischen Emirate ist die Entwicklung der Benzinpreise von Monat zu Monat nicht nur ein Transportkostenfaktor, sondern zunehmend ein wichtiger Bestandteil der Lebenshaltungskosten. In den letzten Monaten haben Schwankungen auf den globalen Ölmärkten und regionale geopolitische Spannungen gemeinsam eine Dynamik geschaffen, die zu einem weiteren Preisanstieg der Kraftstoffe im Februar führen könnte.
Januar-Preise und Entwicklung der globalen Ölpreise
Im Januar 2026 lagen die Preise pro Liter für die drei Hauptarten von Benzin in den VAE, Super 98, Special 95 und E-Plus, bei 2,53, 2,42 und 2,34 Dirham. Dies war ein leichter Rückgang im Vergleich zum Vormonat, hauptsächlich aufgrund der Beruhigung der globalen Ölmärkte im Dezember. Doch bis zur zweiten Januarhälfte kehrte sich der Trend um: Der durchschnittliche Preis für Brent-Rohöl stieg auf 63,47 Dollar pro Barrel gegenüber 61,51 Dollar im Dezember. Dieser Anstieg spiegelt eindeutig Unsicherheiten auf den internationalen Märkten wider.
Der höchste Schlusskurs wurde in den ersten drei Januarwochen verzeichnet, als Brent 66,52 Dollar erreichte. Auch das amerikanische West Texas Intermediate (WTI) hielt sich stabil über der 60-Dollar-Marke. Diese Zahlen lassen stark vermuten, dass Änderungen der Preise in den VAE für Februar zu erwarten sind.
Wachstum der inländischen Nachfrage
Interne Faktoren spielen eine ebenso wichtige Rolle wie die internationalen Ölpreise. Das schnelle Wirtschaftswachstum der VAE, die wachsende Bevölkerung und die kontinuierliche Erweiterung des Fahrzeugbestands tragen alle zu einem steigenden Kraftstoffverbrauch bei.
Der größte Kraftstoffvertreiber des Landes, Adnoc Distribution, kündigte ein Rekordvolumen von 11,7 Milliarden Litern in den ersten neun Monaten des Jahres 2026 an. Während dieses Zeitraums eröffnete das Unternehmen 85 neue Servicestationen, was die Netzgröße auf 977 Stationen erhöhte. Dies deutet nicht nur auf den Infrastrukturausbau hin, sondern auch auf eine wachsende Anzahl von Fahrzeugen, was auf eine langfristig steigende Nachfrage nach Benzin und Diesel hindeutet.
Geopolitische Auswirkungen: Iran, Venezuela und die US-Flotte
Der Preisanstieg im Januar war teilweise auf die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten zurückzuführen. Die USA haben ihr Augenmerk erneut auf den Iran gerichtet und Marineeinheiten in die Region entsandt. Diese Maßnahme löste sofort Bedenken auf dem Markt aus, da jeder Konflikt oder jede Blockade die Öltransporte durch die Straße von Hormus ernsthaft beeinträchtigen könnte.
Zusätzlich trug die Unsicherheit über den Betrieb des Kaspischen Pipeline-Konsortiums (CPC) ebenfalls zur Nervosität des Marktes bei. Investmentfonds erhöhten ihre Long-Positionen in Rohöl erheblich, was die Preise allein schon nach oben trieb. Dies deutet darauf hin, dass der Markt mögliche Risiken bereits eingepreist hat.
Trotz der Volatilität sind auch stabilisierende Kräfte vorhanden
Obwohl ein Preisanstieg wahrscheinlich erscheint, sollten die marktstabilisierenden Kräfte nicht außer Acht gelassen werden. Laut einem Bericht von Fitch Ratings könnte das derzeitige globale Überangebot an Markt jede potenzielle Versorgungslücke aus dem Iran oder anderen Quellen abfedern. Venezuela könnte beispielsweise etwas zusätzliche Kapazität bieten, doch ihr Einfluss ist begrenzt. Der Bericht legt nahe, dass die zukünftige Strategie der OPEC — ob sie sich auf Wert oder Volumen konzentrieren wird — eine entscheidende Rolle im Marktgleichgewicht spielen wird.
Was erwartet uns im Februar?
Typischerweise werden die Februar-Kraftstoffpreise in den VAE am Ende des Monats bekannt gegeben, basierend auf globalen und lokalen Faktoren. Angesichts der aktuellen Trends ist ein leichter Anstieg der Preise ein realistisches Szenario, insbesondere wenn sich die geopolitischen Spannungen weiter zuspitzen. Wenn der globale Markt jedoch das Gleichgewicht aufrechterhält und tatsächliche physische Störungen beim Versand vermieden werden, könnte das Ausmaß des Preisanstiegs moderat bleiben.
Verbraucherperspektiven und Anpassungsoptionen
Für die in den VAE lebenden Menschen werden Veränderungen der Benzinpreise nicht nur an der Zapfsäule spürbar. Sie beeinflussen die Transportgebühren, die Kosten für Lebensmittellieferungen und letztendlich den Inflationsdruck. Obwohl die Kraftstoffpreise immer noch niedriger sind als in vielen anderen Teilen der Welt, erfordern regelmäßige Veränderungen eine bewusste Planung der Haushalte.
Das Interesse an Elektrofahrzeugen wächst ebenfalls kontinuierlich, insbesondere in städtischen Gebieten, in denen die Ladeinfrastruktur schnell entwickelt wird. Schwankungen der Kraftstoffpreise könnten mehr Einwohner dazu ermutigen, zu alternativ angetriebenen Fahrzeugen überzugehen oder öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen.
Zusammenfassung
Es wird erwartet, dass die Kraftstoffpreise in den VAE im Februar 2026 leicht steigen werden, hauptsächlich aufgrund der Unsicherheiten auf den globalen Ölmärkten und der steigenden Binnennachfrage. Den Einwohnern wird geraten, Ankündigungen zu überwachen und fundierte Entscheidungen in Bezug auf den Transport, die Fahrzeugnutzung und die Budgetplanung zu treffen. Die Unvorhersehbarkeit der Ölmärkte bleibt eine Herausforderung, doch bewusstes Verbraucherverhalten kann helfen, die Kosten im täglichen Leben abzumildern.
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