Augeninfektionen in den VAE: Risiken und Prävention

Verbreitung von Augeninfektionen in den VAE: Warum Bildschirme, Klima und Selbstdiagnosen gefährlich sind?
In den Vereinigten Arabischen Emiraten, insbesondere in der Stadt Dubai, sind Augenärzte zunehmend besorgt über den Anstieg der Bindehautentzündungsfälle. Augeninfektionen sind nichts Neues, aber die aktuelle Situation wird durch mehrere miteinander verknüpfte Faktoren verschärft, die zu einer epidemieartigen Verbreitung führen: Klimaanlagen in geschlossenen Räumen, ständige Bildschirmeinwirkung, die staubige Umgebung und Selbstmedikation unter der Bevölkerung.
Ursachen des Problems: Lebensstil und Umwelt
Dubais urbaner Lebensstil ist stark auf geschlossene, klimatisierte Räume angewiesen. Büros, Einkaufszentren, Schulen, Sporteinrichtungen – all diese Orte schaffen Mikroklimata mit niedriger Luftfeuchtigkeit, künstlicher Luftbewegung und oft unzureichender Belüftung. Dies schwächt das natürliche Abwehrsystem der Augen. Das menschliche Auge schützt sich selbst vor äußeren Einflüssen durch einen Tränenfilm auf seiner Oberfläche, aber wenn diese Schicht austrocknet, wie in klimatisierten Umgebungen, wird es anfällig.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Bildschirmnutzung. Das Verbringen langer Stunden vor Smartphones, Laptops und Monitoren verringert die Häufigkeit des Blinzelns, was die Augen noch anfälliger für Trockenheit macht. Infolgedessen können häufige Beschwerden wie brennende Augen, verschwommenes Sehen, Müdigkeit und Juckreiz ernstere Entzündungszustände vorbereiten.
Arten und Symptome von Infektionen
Während des derzeitigen Anstiegs ist virale Bindehautentzündung am häufigsten. Diese ist hoch ansteckend, betrifft oft beide Augen und kann leicht durch Händeschütteln, gemeinsame Handtücher oder Kissen oder sogar durch Kontakt nach Augenreiben übertragen werden. Die allergische Form ist auch häufiger geworden, insbesondere bei Menschen, die in staubigen Umgebungen arbeiten, Sport treiben oder Schwimmbäder nutzen. Die bakterielle Variante ist auch präsent, jedoch weniger häufig, geht aber meist mit dickflüssigem, gelblichem Ausfluss und stärkeren Schmerzen einher.
Häufige Symptome sind rote Augen, Tränenfluss, Juckreiz, Ausfluss, Fremdkörpergefühl, leichte Schwellung und Lichtempfindlichkeit. Das Problem beginnt, wenn die betroffene Person diese Symptome nicht ernst nimmt oder sie falsch behandelt.
Die Gefahren der Selbstdiagnose
Es wird zunehmend üblich, dass Menschen keinen Arzt konsultieren, sondern versuchen, das Problem mit Hilfe von mobilen Anwendungen, Suchmaschinen und KI-basierten Beratern zu identifizieren. Dies ist jedoch gefährlich. Symptome sind oft trügerisch: Was zunächst wie eine einfache Bindehautentzündung aussieht, könnte tatsächlich der Beginn eines Hornhautgeschwürs oder einer inneren Entzündung sein. Eine falsche Behandlung, wie z.B. die Verwendung falscher Augentropfen, kann das Problem verschlimmern.
Viele versuchen rezeptfreie antibiotische Augentropfen oder Heilmittel, die sie von Bekannten erhalten haben. Diese sind möglicherweise nicht nur unwirksam, sondern können die Infektion weiter verbreiten und die öffentliche Gesundheit verschlimmern. Darüber hinaus können bestimmte Tropfen, wie die mit Steroiden, die Augen langfristig schädigen: Sie können den Augeninnendruck erhöhen, den Sehnerv schädigen und sogar dauerhaften Sehverlust verursachen.
Besonders gefährdete Gruppen
Junge Menschen, Schulkinder und Sportler sind besonders anfällig für Infektionen. Sie befinden sich oft in staubigen, chlorierten oder feuchten Umgebungen, in denen das Infektionsrisiko bereits hoch ist. Darüber hinaus ist es nicht ungewöhnlich, dass in diesen Umgebungen vorbeugende Behandlungen, wie antiallergische Augentropfen, ohne ärztliche Aufsicht verwendet werden.
Auch Allergiker sind gefährdet: Viele verwenden regelmäßig antihistaminische oder entzündungshemmende Augentropfen, die im Laufe der Zeit an Wirksamkeit verlieren, Resistenzen hervorrufen oder sogar das Sehvermögen beeinträchtigen könnten.
Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
Laut Experten verzögern die meisten Menschen die angemessene Diagnose zu lange. Wenn die Symptome 24-48 Stunden anhalten oder sich verschlimmern, ist es an der Zeit, Hilfe zu suchen. Besonders, wenn die folgenden Symptome auftreten: Schmerzen, verschwommenes Sehen, dicker Ausfluss, Lichtempfindlichkeit oder Schwellung der Augenlider. Diese könnten auf eine ernstere Erkrankung hinweisen, die zu bleibenden Sehstörungen führen kann.
Prävention: Einfach, aber oft vergessen
Augeninfektionen können durch das Befolgen einiger grundlegender Regeln verhindert werden:
häufiges Händewaschen,
reiben Sie nicht die Augen, besonders nicht mit schmutzigen Händen,
teilen Sie keine Handtücher, Kissen, Make-up oder Augentropfen mit anderen,
unterbrechen Sie die Verwendung von Kontaktlinsen während einer Infektion,
verwenden Sie künstliche Tränen, wenn Sie viel Zeit in klimatisierten Räumen oder vor Bildschirmen verbringen.
Und vielleicht am wichtigsten: Gehen Sie nicht in die Öffentlichkeit, wenn Sie bereits krank sind. Die häufigste Art, wie sich Bindehautentzündung verbreitet, ist durch physischen Kontakt. Im Gegensatz zu urbanen Legenden können Sie die Infektion nicht durch 'Ansehen' bekommen – ein Händedruck, ein Augenreiben oder das Teilen eines Gegenstands sind mehr als ausreichend.
Abschließende Bemerkungen
Unsere Augen sind ein empfindliches, aber oft unterschätztes Organ, das täglich Umwelteinflüssen ausgesetzt ist. Dubai stellt in dieser Hinsicht eine besondere Herausforderung dar: trockene Luft, hohe Temperaturen, ständiger Einsatz von Klimaanlagen, Staub und digitale Überlastung prägen den Alltag. Selbstmedikation, Nachlässigkeit und vernachlässigte Symptome tragen alle zur Verbreitung von Infektionen bei. Wenn Sie wirklich die Schärfe und Gesundheit Ihres Sehvermögens bewahren möchten, ist das Beste, was Sie tun können, einen Arzt aufzusuchen, wenn ein Problem auftritt – und sich nicht auf Algorithmen zu verlassen.
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