Vorsicht vor Online-Bettelfallen während des Ramadan

Ramadan 2026: Vorsicht vor Online-Bettelfallen - Dubai Polizei warnt
Der Monat des Gebens und das Risiko des Betrugs
Ramadan ist eine Zeit des Mitgefühls, der Solidarität und der Wohltätigkeit in den Vereinigten Arabischen Emiraten. In dieser Zeit werden die Menschen aufmerksamer für die Bedürfnisse der Benachteiligten, zahlen Zakat, senden Spenden und bereiten Essenspakete vor. Doch die Stärkung der gesellschaftlichen Verantwortung geht leider auch mit einem anderen Phänomen einher: Einige versuchen, das Wohlwollen auszunutzen.
Im Vorfeld des Ramadan 2026 hat die Polizei in Dubai erneut eine eindringliche Warnung vor Online-Bettelfallen ausgesprochen. Die Behörden fordern die Einwohner auf, nicht auf verdächtige Spendenanfragen zu reagieren, insbesondere wenn diese über soziale Medien, Messaging-Apps oder unbekannte Websites eingehen.
Die rechtliche Perspektive auf Online-Betteln in den VAE
Die Gesetze der VAE erklären klar, dass Online-Betteln eine Straftat ist. Laut Artikel 51 des Bundesgesetzes 34/2021 zur Bekämpfung von Gerüchten und Cyberkriminalität kann jeder, der unrechtmäßig Geld oder Spenden mit IT-Mitteln anfordert, mit bis zu drei Monaten Haft und einer Mindeststrafe von 10.000 Dirham bestraft werden.
Ziel dieser Regelung ist es nicht, Spenden zu reduzieren, sondern sicherzustellen, dass die Unterstützung wirklich diejenigen erreicht, die sie benötigen, durch offiziell anerkannte Wohltätigkeitsorganisationen. Die Behörden betonen, dass Spenden durch sichere, transparente und regulierte Kanäle getätigt werden sollten.
Die Methoden der Betrüger: Emotionale Manipulation
Ramadan schafft eine spezielle emotionale Umgebung. Betrüger nutzen dies, indem sie herzzerreißende Geschichten über schwerkranke Kinder, Familien am Rande der Zwangsräumung und dringende chirurgische Eingriffe posten. Oft fordern sie sofortige Überweisungen, behauptend, dass Hilfe sofortige Intervention erfordere.
In einigen Fällen fordern sie Geld im Namen von Schein-Wohltätigkeitsorganisationen oder ahmen das Branding bestehender Stiftungen nach. Social-Media-Posts üben häufig emotionalen Druck aus: "Wenn du jetzt nicht hilfst, wird es zu spät sein." Das Ziel ist klar: Schnell Entscheidungen zu erzwingen, bevor die Echtheit der Informationen überprüft wird.
Organisierte Netzwerke im Hintergrund
Die Behörden berichten, dass es sich hierbei nicht nur um individuelle Versuche handelt. Mehrere Fälle haben organisierte Bettel-Netzwerke aufgedeckt, die in den VAE operieren. Bei einer früheren Operation verhaftete die Polizei in Dubai 41 Personen, die mit Besuchsvisa eingereist waren und organisierte Bettelaktivitäten durchführten. Sie benutzten ein Hotel als Basis und gaben zu, Teil eines größeren Netzwerks zu sein.
In einem Experiment in einem anderen Emirat sammelte ein verdeckter Polizist in nur einer Stunde unter dem Vorwand des Bettelns 367 Dirham und zeigte, wie einige die Empathie der Gesellschaft ausnutzen können. Solche Aktivitäten werden von den Behörden klar als Finanzbetrug behandelt.
Wie sicher spenden?
Die Polizei in Dubai und andere Behörden betonen regelmäßig, dass Spenden nur über offiziell autorisierte und registrierte Wohltätigkeitsorganisationen getätigt werden sollten. In den VAE verwalten mehrere staatlich überwachte Stiftungen und humanitäre Organisationen Spenden transparent.
Die Prinzipien des sicheren Spendens sind einfach. Überweisen Sie niemals Geld an ein unbekanntes Bankkonto auf Grundlage einer Social-Media-Nachricht. Teilen Sie niemals Ihre Kartendetails in einer privaten Nachricht. Überprüfen Sie stets, ob die Wohltätigkeitsorganisation über eine offizielle Autorisierung verfügt und in den Registern der Behörden gelistet ist.
Die Rolle der Einwohner bei der Prävention
Die Behörden bitten die Einwohner, aktiv bei der Prävention mitzuwirken. Verdächtige Fälle können unter der Telefonnummer 901, über den Service "Police Eye" in der Smart-App der Polizei Dubai oder über die E-Crime-Online-Plattform gemeldet werden.
Gesellschaftliche Verantwortung manifestiert sich nicht nur in Spenden, sondern auch darin, Betrug einzudämmen. Jede Meldung kann den Behörden helfen, schnell gegen organisierte Netzwerke vorzugehen.
Der Geist des Ramadan und informierte Entscheidungen
Der Sinn des Ramadan ist Reinheit, Selbstdisziplin und Verantwortung gegenüber anderen. Der Kampf gegen Online-Bettelfallen geht nicht darum, Mitgefühl zu reduzieren, sondern es zu schützen. Echte Hilfe erreicht ihr Ziel, wenn sie durch sichere Mittel geleitet wird.
Dubai und die Behörden der VAE starten jedes Jahr Kampagnen, um organisiertes und individuelles Betteln einzudämmen, besonders während des Ramadan. Das Ziel ist klar: Das Vertrauen der Gemeinschaft zu wahren und sicherzustellen, dass Wohltätigkeit nicht zu einem Werkzeug für Betrüger wird.
Bewusstsein als Schutz
Betrügereien, die sich im Online-Bereich verbreiten, werden immer raffinierter. Technologische Fortschritte bieten Möglichkeiten für neue Formen der Manipulation, rüsten aber auch die Behörden für die Erkennung aus. Das entscheidendste Verteidigungswerkzeug bleibt das öffentliche Bewusstsein.
Wenn eine Geschichte zu emotional, zu dringend oder zu perfekt erscheint, ist es klug, innezuhalten. Echtes Wohltun verlangt keine sofortigen, ungeprüften Überweisungen. Der Geist des Ramadan umfasst Besonnenheit und verantwortungsvolle Entscheidungen.
Im Vorfeld des Ramadan 2026 ist die Botschaft der Polizei in Dubai klar: helfen, aber weise. Spenden, aber nur durch offizielle Kanäle. Mitgefühl ist ein Wert, den wir gemeinsam vor Missbrauch schützen müssen.
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