VAE Zuckersteuer: Neue Ära im Getränkemarkt

Die Auswirkungen der Zuckersteuer der VAE: Eine neue Ära beginnt im Getränkemarkt
Die neue Zuckersteuerregelung der Vereinigten Arabischen Emirate trat am 1. Januar 2026 in Kraft und hat bereits spürbare Veränderungen im Kaufverhalten der Bevölkerung, den Produktportfolios der Hersteller sowie den Angeboten in den Geschäften gebracht. Ziel des neuen Modells ist es, gesundheitsbewusste Entscheidungen zu unterstützen und die Gesundheitsrisiken durch übermäßigen Zuckerkonsum zu reduzieren. Infolgedessen suchen immer mehr Menschen nach Getränken mit wenig oder keinem zugesetzten Zucker, während der Absatz von stark zuckerhaltigen Produkten zurückgeht.
Was hat sich im Steuersystem geändert?
Bisher galt eine einheitliche Verbrauchssteuer von 50 Prozent auf alle gesüßten Getränke. Das neue System differenziert die Steuerlast der Produkte jedoch viel feiner: Es bestimmt den Steuersatz anhand eines inkrementellen volumetrischen Modells basierend auf dem tatsächlichen Zuckergehalt.
Die aktuelle Regelung führt die folgenden drei Stufen ein:
0 Dirham/Liter: Wenn das Produkt nur natürliche Zucker oder weniger als 5 Gramm zugesetzten Zucker pro 100 ml enthält.
0,79 Dirham/Liter: Wenn der Gehalt an zugesetztem Zucker zwischen 5 und 8 Gramm pro 100 ml liegt.
1,09 Dirham/Liter: Wenn das Produkt mindestens 8 Gramm zugesetzten Zucker pro 100 ml enthält.
Reine künstliche Süßstoffe oder Getränke, die ausschließlich natürliche Zucker enthalten, unterliegen nicht der Verbrauchssteuer. In der Praxis bedeutet dies, dass beispielsweise ein zuckerarmes Soda deutlich günstiger sein kann als ein klassisches gesüßtes kohlensäurehaltiges Getränk.
Wie hat der Markt reagiert?
Verbraucher sind empfindlich gegenüber Preisänderungen. In den Geschäften ist zu beobachten, dass der Absatz von stark zuckerhaltigen Getränken gesunken ist, während die Nachfrage nach Getränken mit wenig oder keinem Zucker erheblich gestiegen ist. Einige Verbraucher reagieren preissensibel, während andere bewusst gesündere Alternativen wählen – die beiden Trends verstärken sich gegenseitig.
Hersteller und Händler haben sich schnell an die Änderungen angepasst. Immer mehr Unternehmen entscheiden sich, den Zuckergehalt ihrer Getränke zu reduzieren oder neue Produktlinien zu lancieren, die bereits in die günstigere Steuerstufe fallen. Dies ist nicht nur eine Marktzwang, sondern auch eine Gelegenheit, ein gesünderes Markenimage aufzubauen und neue Verbrauchergruppen zu erreichen.
Gesundheitsbewusstsein im Fokus
Hinter dem neuen Steuermodell stehen klare gesundheitspolitische Ziele. Die Regierung der VAE hat erkannt, dass die Verbesserung der Ernährungsgewohnheiten der Bevölkerung entscheidend ist, um chronische Krankheiten wie Diabetes, Fettleibigkeit und Herz-Kreislauf-Probleme zu verhindern. Die Reduzierung des Zuckerkonsums ist einer der schnellsten und effektivsten Schritte in diese Richtung.
Familien, insbesondere Haushalte mit Kindern, entscheiden sich zunehmend für zuckerarme oder natürlich basierte Getränke. Sie werden nicht nur durch Preise beeinflusst, sondern auch durch ein zunehmendes Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Gesundheit. Dieser Trend ist besonders wichtig, da er den Druck auf das Gesundheitssystem langfristig verringern kann.
Veränderungen für Hersteller und Einzelhändler
Das neue Steuersystem transformiert nicht nur Preise und Verbraucherentscheidungen, sondern stellt auch erhebliche administrative Herausforderungen für Hersteller, Importeure und Vertreiber dar. Der Zuckergehalt von Produkten muss mit zertifizierten Laborberichten überprüft werden, um eine genaue Besteuerung sicherzustellen.
Zudem müssen alle betroffenen Unternehmen ihre Produktregistrierungen im Verbrauchsteuersystem aktualisieren, die Kennzeichnung vereinheitlichen, Importdokumentationen und Lagerbestände anpassen. Transparente und konsistente Verwaltung ist besonders wichtig, insbesondere bei möglichen behördlichen Überprüfungen.
Wer profitiert vom neuen Modell?
Die größten Gewinner des neuen Zuckersteuersystems sind die Verbraucher, insbesondere diejenigen, die bereits einen gesundheitsbewussten Lebensstil führen. Dank der reduzierten Steuerbelastungen sind diese Getränke billiger geworden und somit für breitere Bevölkerungsschichten zugänglicher.
Die andere gewinnende Gruppe sind Hersteller, die schnell auf die Regelung reagieren und eine flexible Produktentwicklungsstrategie anwenden können. Die Einführung neuer Produkte, Rezepturänderungen oder Modifikation bestehender Rezepte ist nun nicht nur ein Wettbewerbsvorteil, sondern eine Notwendigkeit.
Ausblick: Ein neues Gleichgewicht entsteht
Die Zuckersteuer der VAE geht über die bloße Einnahmensteigerung hinaus. Sie ist ein durchdachter regulatorischer Schritt, der die soziale Auswirkung berücksichtigt und langfristig zur Verbreitung eines gesundheitsbewussten Lebensstils beitragen kann. Indem der Zuckerkonsum reduziert und Anreize für zuckerärmere Produkte geschaffen werden, entsteht eine neue Marktdynamik.
Diese Veränderung beeinflusst die Strategien der Hersteller, die Regaldisplays in den Geschäften und – nicht zuletzt – die Verbraucherentscheidungen. Daher markiert die Einführung der neuen Regelung nicht nur einen wirtschaftlichen, sondern auch einen sozialen Meilenstein in den Vereinigten Arabischen Emiraten und könnte auch anderen Ländern als Beispiel dienen.
Zusammenfassung
Die Zuckersteueränderung 2026 transformiert den Getränkemarkt der VAE radikal. Als Ergebnis des neuen inkrementellen Modells suchen Verbraucher zunehmend nach gesünderen Alternativen, während Hersteller darauf reagieren, indem sie ihre Angebote umgestalten. Das System dient gesundheitspolitischen Zielen und fördert Innovation und transparente Geschäftsabläufe in der Branche. In den kommenden Jahren wird sich auch zeigen, wie erfolgreich die Bevölkerung langfrisig in eine gesundheitsbewusstere Richtung gelenkt werden kann – doch die Anzeichen sind vielversprechend.
(Der Artikel basiert auf einer Erklärung der Federal Tax Authority (FTA) der VAE).
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