VAE setzen auf KI für Regenverstärkung

Vereinigte Arabische Emirate und Künstliche Regenverstärkung: Wenn Innovation unerlässlich wird
Die Vereinigten Arabischen Emirate sind eine der trockensten Regionen der Welt, in der die jährliche Niederschlagsmenge kaum die 100 Millimeter überschreitet. Aufgrund hoher Verdunstungsraten und langsamer Grundwasserneubildung ist die Wassersicherheit nicht nur ein Umweltproblem, sondern auch ein wirtschaftliches und soziales Anliegen. Das Jahr 2025 wurde offiziell eines der heißesten Jahre der Geschichte, was die Dringlichkeit erhöht, sowohl die Wasserversorgung als auch den Klimawandel anzugehen. Angesichts dieser Tatsache verbessern die VAE ihre laufenden Entwicklungen im Bereich der künstlichen Regenverstärkung unter Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI).
Warum ist Regenverstärkung in den VAE unentbehrlich geworden?
Die geographischen und klimatischen Bedingungen des Landes begünstigen von Natur aus keinen reichlichen Niederschlag. Der durchschnittliche jährliche Niederschlag ist gering, die Temperaturen sind hoch, und der Boden kann wenig Wasser speichern. Doch Bevölkerungswachstum, industrielle Entwicklung und die Erhaltung landwirtschaftlicher Flächen führen zu steigendem Wasserbedarf.
Traditionelle Wasserversorgungsmethoden, wie Entsalzung und Wasserimporte, erweisen sich langfristig als nicht ausreichend oder nachhaltig. Daher haben die VAE mit dem 2015 gestarteten Forschungsprogramm für Regenverstärkungswissenschaften (UAEREP) eine globale Führungsrolle in der Wettermodifikationsforschung übernommen.
KI-getriebener Sprung über die Wolken
Im Jahr 2025 vertiefte die sechste Förderungsrunde des UAEREP die Rolle der Künstlichen Intelligenz in der Regenverstärkung weiter. Das Programm unterstützt nun drei neue international anerkannte Projekte mit einer Finanzierung von bis zu 1,5 Millionen US-Dollar pro Projekt.
Ein Projekt ist mit dem Radar-Meteorologen Dr. Dixon Michael aus den USA verbunden. Seine Forschung analysiert die Effektivität von Cloud Seeding mit künstlicher Intelligenz. Anstatt traditioneller radargestützter Methoden verwendet er maschinelle Lernalgorithmen, um die mikrophysikalischen Eigenschaften von Wolken und die tatsächliche Niederschlagsbildung zu untersuchen. Dies bietet nicht nur ein genaueres Bild der Wirksamkeit des Verfahrens, sondern stärkt auch die lokalen Wissensgrundlagen und technologischen Kapazitäten.
Nanotechnologie und Wolkenkammern: Ein australisches Projekt im Himmel der VAE
Ein weiteres bemerkenswertes Projekt ist mit Prof. Linda Zou von der Victoria University, Australien, verbunden. Ihr Projekt konzentriert sich auf die Entwicklung von Nanokomposit-Materialien, die die Niederschlagsbildung durch Eisnukleation fördern. Die Einzigartigkeit der Forschung liegt in der Optimierung der Zusammensetzung und Effizienz dieser Materialien mit künstlicher Intelligenz. Zusätzlich wird eine tragbare Wolkenkammer – das Portable Ice Nucleation Experiment (PINE) – als mobiles Labor am NCM eingesetzt, das vor Ort Experimente ermöglicht und lokale Wissenschaftler schult.
Neue Perspektive: Die Rolle der Landnutzung bei der Regenerzeugung
Das dritte ausgewählte Projekt wird von Dr. Oliver Branch von der Universität Hohenheim in Deutschland geleitet. Anstatt direkt Wolken zu beeinflussen, zielt seine Forschung darauf ab, Niederschläge durch Veränderungen der Oberflächenbedingungen zu induzieren. Die Studie konzentriert sich darauf, wie bestimmte Landnutzungs- und Landschaftsgestaltungsmethoden atmosphärische Bewegungen und somit Niederschläge beeinflussen können.
Die Auswirkungen von Hitzerekorden und globalen Verbindungen
Die extreme Hitze des Jahres 2025 ist nicht nur ein regionales, sondern ein globales Phänomen. Laut der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) liegt die Oberflächentemperatur der Erde bereits 1,44 °C über dem vorindustriellen Niveau. Die Jahre 2023, 2024 und 2025 werden als die wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen eingestuft. Darüber hinaus war das Phänomen La Niña, das normalerweise kühleres Wetter bringt, Anfang und Ende 2025 präsent, doch weltweit wurde außergewöhnliche Hitze erlebt.
Der WMO-Generalsekretär schlägt vor, dass dieser Trend eindeutig eine Folge der kumulierten Treibhausgase ist und unterstreicht die Notwendigkeit von Frühwarnsystemen und Wettermodifikationstechnologien.
Innovation oder Überlebensstrategie?
Die Strategie, die die VAE verfolgen, ist nicht nur ein Symbol für wissenschaftlichen Fortschritt, sondern eine Antwort auf ein sehr reales Problem: Wasserknappheit. Das Land folgt nicht nur Trends, sondern gestaltet sie auch – und baut bewusst eine weltweit bedeutende Wissensplattform für die Regenverstärkung auf.
Künstliche Intelligenz, Nanotechnologie, Umweltmodellierung und internationale Zusammenarbeit deuten darauf hin, dass die VAE die Wettermodifikation auf eine komplexe, integrierte Weise angehen. Dies stellt nicht nur einen Durchbruch in der Wasserversorgung dar, sondern trägt auch zur nachhaltigen Entwicklung in wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Hinsicht bei.
Schlussfolgerung
Die extreme Hitze des Jahres 2025 machte deutlich, dass das Thema Wassersicherheit nicht aufgeschoben werden kann. Die VAE reagieren beispielhaft auf die Herausforderung, indem sie Innovation nicht als Option, sondern als Überlebensmittel behandeln. KI-gesteuerte Regenverstärkung ist nicht nur ein technisches Meisterwerk, sondern eine sozioökonomische Notwendigkeit – insbesondere in einem Land wie den Vereinigten Arabischen Emiraten, wo jeder Millimeter Regen von besonderer Bedeutung ist.
(Quelle für diesen Artikel basiert auf dem UAE National Meteorological Center (NCM).)
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