Unerwartetes Wetter in den VAE: Regen und Kälte

Winterregen und Kältewelle: Dubais und der VAE neues Wettergesicht
Die Vereinigten Arabischen Emirate, bekannt für ihr üblich sonniges und heißes Klima, zeigen jetzt ein neues Gesicht: Bis Ende Januar prägten milder Regen und ungewöhnlich niedrige Temperaturen einen Großteil des Landes, einschließlich der Städte Dubai und Abu Dhabi. Dieser Wetterwandel ist nicht nur ein momentanes Phänomen, sondern Teil eines globalen Klimamusters, das sich auf die gesamte Nordhalbkugel auswirkt.
Milder Regen über Dubai und Abu Dhabi
In den letzten Tagen waren viele Bewohner überrascht, Regentropfen über Dubai und Abu Dhabi vom Himmel fallen zu sehen — keine schweren Stürme, sondern eher verstreute, milde Regenfälle, die der urbanen Umgebung eine Art Frische verleihen. Obwohl die meisten Einheimischen und Touristen dies in den Emiraten nicht gewohnt sind, begrüßten viele den leichten Niederschlag, der eine seltene Winterstimmung in den Alltag zauberte.
Meteorologen hatten bereits angedeutet, dass solche Regenfälle um den 25. Januar auftreten könnten. Laut Prognosen sind in den kommenden Wochen Temperaturschwankungen zu erwarten, mit kürzeren warmen Perioden, die von kühleren Tagen unterbrochen werden.
Extreme Kältewelle in Ras Al Khaimah
Die echte Überraschung war jedoch die Entwicklung der Temperaturwerte. In den Jebel Jais Bergen in Ras Al Khaimah wurde am 22. Januar eine Temperatur von nur 0,2 °C gemessen — die niedrigste Temperatur dieses Winters, die in den VAE verzeichnet wurde. Für diejenigen, die im Norden des Landes leben, ist es nicht neu, dass das Wetter in den Wintermonaten kühler wird, aber solch extrem niedrige Temperaturen sind dennoch selten.
Die Kälte war nicht nur in den Bergregionen zu spüren, sondern auch in den Städten. In einigen Außenbezirken von Dubai fielen die Temperaturen nachts unter 10 °C, was die Bewohner dazu veranlasste, Mäntel und wärmere Kleidung hervorzuholen — ein seltener Anblick in einem Land, das während des größten Teils des Jahres für sein extrem heißes Klima bekannt ist.
Globales Phänomen: Nicht nur die VAE sind betroffen
Es ist wichtig zu verstehen, dass die aktuelle Kältewelle kein lokales Phänomen ist. Viele Teile der Welt, einschließlich der Vereinigten Staaten, Palästina, China, Saudi-Arabien und Pakistan, erleben ähnlich ungewöhnliche Kälteperioden. Zwei bekannte Klimaphänomene untermauern dies: El Niño und La Niña.
El Niño entsteht, wenn die zentralen und östlichen Teile des Pazifischen Ozeans wärmer als üblich sind, was normalerweise mehr Regen in Amerika mit sich bringt, während es in Asien und Australien zu Dürren führen kann. Andererseits bedeutet La Niña das Gegenteil: Diese Teile des Pazifischen Ozeans werden kühler, was in Asien und Australien heftige Regenfälle auslösen kann, während einige Teile Amerikas trockenere Bedingungen erleben.
Aus der Sicht der VAE ist La Niña besonders wichtig: Sie kann die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass kalte Luftmassen in die Region strömen, insbesondere in den Wintermonaten. Die Folgen dessen sind bereits spürbar — die Rekordtiefsttemperaturen im Januar und milde Regenfälle sind Anzeichen dieser globalen atmosphärischen Verbindung.
Was bedeutet das im Alltag?
Das ungewöhnliche Wetter wirkt sich auf Infrastruktur, Transport und tägliche Aktivitäten aus. Die milden Regenfälle haben das Unfallrisiko auf den Straßen erhöht, da viele Fahrer es nicht gewöhnt sind, auf rutschigem Untergrund zu fahren. Zudem erfordern Bauarbeiten erhöhte Aufmerksamkeit auf durch Regen verursachte Herausforderungen, besonders in Bereichen mit temporären Strukturen oder Gerüsten.
Aus touristischer Sicht genießen viele das ungewöhnliche Klima besonders. Spaziergänge entlang der Jumeirah Beach Promenade in Mänteln oder Posieren mit Regenschirmen — all dies verleiht der winterlichen Atmosphäre Dubais und anderer Städte eine neue Stimmung.
Umweltauswirkungen und Nachhaltigkeitsfragen
Die aktuellen Wetterphänomene verdeutlichen, dass selbst scheinbar stabile Klimaregionen einer zunehmenden Variabilität gegenüberstehen. Klimawandel und Verschiebungen in globalen Klimamustern können das Wetter im Nahen Osten langfristig beeinflussen, neue Herausforderungen für Infrastruktur, Energiesysteme und Wassermanagement mit sich bringen.
Diese extremen Perioden machen deutlich, dass zukünftige Stadtplanung, Umweltstrategien und Nachhaltigkeitsbemühungen in der Region sich nicht mehr nur auf heiße, trockene Perioden stützen können — eine Vorbereitung auf kältere, regnerische Perioden ist ebenfalls notwendig.
Zusammenfassung
Dieser Winter zeigt den Vereinigten Arabischen Emiraten ein völlig neues Gesicht: Manchmal ersetzt die strahlende Sonne Wolken, Regentropfen und kühle Brisen. Die Bewohner Dubais und Abu Dhabis sind nun Teil einer natürlichen Seltenheit, während globale Klimasysteme leise aber beständig ihren Alltag formen.
Der Wetterwechsel ist sowohl eine Warnung als auch eine Chance — es ist ratsam, offen zu bleiben, sich anzupassen und zugleich die seltenen Momente zu genießen, in denen die Straßen Dubais nicht von Hitze, sondern vom Spiel der Regentropfen bestimmt werden.
(Der Artikel basiert auf einer Erklärung des National Centre of Meteorology (NCM).)
Wenn Sie einen Fehler auf dieser Seite finden, bitte informieren Sie uns per E-Mail.


