Rotes-Meer-Kabel: VAE bleiben gelassen

Rotes-Meer-Kabel: Warum die VAE trotz Verzögerungen gelassen bleiben
In den letzten zwei Jahren sind Unterwasserkabelprojekte rund um das Rote Meer vermehrt mit Verzögerungen oder Beschädigungen konfrontiert worden, die auf verschiedene geopolitische und sicherheitsrelevante Gründe zurückzuführen sind. Diese Region gilt als ein sensibler Punkt für die globale Internetverbindung – Experten sprechen oft von einem "Nadelöhr". Trotz Verzögerungen und Kabelproblemen haben Bewohner und Unternehmen in den Vereinigten Arabischen Emiraten, darunter auch Dubai, bisher keine signifikanten Verlangsamungen oder Ausfälle bemerkt, dank jahrelanger strategischer Investitionen in die digitale Infrastruktur des Landes. Doch wie lange kann das so weitergehen?
Die Verwundbarkeit des Roten Meeres
Das Rote Meer ist eine der verkehrsreichsten Meeresrouten für den globalen Internet-Datenverkehr und spielt eine entscheidende Rolle bei der Verbindung von Europa und Asien. Im Februar 2024 führte ein Kabelbruch zu einer Störung von bis zu 70% des Datenverkehrs zwischen Europa und Asien – weit mehr als ursprünglich prognostiziert.
Die Anfälligkeit des Kabelnetzes ist nicht nur ein theoretisches Risiko. Vor ein paar Monaten wurden vier Unterwassersysteme in der Nähe von Dschidda unterbrochen, was den Internetverkehr der Region zwang, über längere Wege umgeleitet zu werden – was zu längeren Antwortzeiten und höheren Belastungen anderer Infrastrukturen führte.
Vorteile der VAE: Diversifizierte Routen und interne Ressourcen
Während die Region des Roten Meeres eine der anfälligsten Zonen im globalen Internetnetzwerk ist, bleiben die Vereinigten Arabischen Emirate – insbesondere Dubai – auch inmitten solcher Herausforderungen relativ stabil. Der Grund dafür ist ihre bewusst aufgebaute redundante und diversifizierte Infrastruktur.
Das Land verlässt sich nicht nur auf eine einzige Route oder ein einziges System. Es gibt verschiedene See- und Landverbindungen, die es ermöglichen, den Verkehr bei Bedarf sicher über alternative Routen zu leiten. Außerdem hat das Land große Rechenzentren und interne Netzwerke aufgebaut, die in der Lage sind, erhöhte Lasten zu bewältigen.
Das tieferliegende Problem: Verlust zukünftiger Kapazitäten
Obwohl die VAE derzeit stabil sind, warnen Experten eindeutig davor, dass Verzögerungen bei zukünftigen Kabelprojekten die gesamte Region erheblich beeinträchtigen könnten – und somit indirekt auch die Emirate. Zum Beispiel wird das riesige Projekt namens 2Africa, geleitet von Meta, im Segment des Roten Meeres aufgrund geopolitischer und Genehmigungsprobleme blockiert.
Diese Verzögerungen bedrohen nicht nur den aktuellen Datenverkehr, sondern verhindern auch, dass in Zukunft ausreichende Reservekapazitäten zur Verfügung stehen – wenn neue Schnitte oder technische Probleme auftreten können. Ohne zugängliche "Zukunftsreservekapazitäten" wird jeder zusätzliche Kabelausfall unverhältnismäßig größere Auswirkungen haben.
Was passiert, wenn Probleme auftreten? Verlangsamtes Internet, verzögerte Zahlungen, unterbrochene Finanzsysteme
Unterwasserkabel dienen nicht nur dem alltäglichen Surfen und dem Ansehen von Videos. Eine zunehmende Zahl von Finanzsystemen, Echtzeit-Abrechnungen und Handelsplattformen ist auf Datenverbindungen mit niedriger Latenzzeit angewiesen. Jegliche Verlangsamungen könnten sich sofort auf elektronische Zahlungen, Forex-Handel oder Aktiengeschäfte auswirken.
Ein Experte für digitale Infrastruktur schlägt vor, dass selbst die modernsten Finanzsysteme anfällig sind, wenn die zugrunde liegende physische Infrastruktur – wie die Kabel des Roten Meeres – unzuverlässig ist.
Wie lange kann die derzeitige Sicherheit aufrechterhalten werden?
Obwohl die VAE derzeit die Herausforderungen gut meistern, bedeutet dies nicht, dass kein Risiko besteht. Experten sind der Meinung, dass es dringend geworden ist, dass Dienstleister nicht nur "alternative Routen auf dem Papier" unterhalten, sondern in tatsächliche, hochkapazitive redundante Systeme investieren. Das bedeutet, mindestens eine wirklich einsatzfähige und belastbare Alternative neben jeder wichtigen Route zu bauen.
Die Situation wird weiter verschärft durch die Tatsache, dass die Reparaturzeit für Kabel jetzt viel länger ist als früher. Es ist nicht ungewöhnlich, dass die Wiederherstellung eines beschädigten Abschnitts sogar 6-9 Monate dauert, insbesondere wenn politische oder genehmigungsbezogene Hindernisse die Arbeiten erschweren.
Strategischer Ansatz: Langfristige Investition für Stabilität
Das Beispiel der VAE zeigt, wie ein Land auf internationale Netzwerkprobleme vorbereitet sein kann. Der Staat hat seine Internetverbindungen diversifiziert, konzentriert sich intensiv auf die Entwicklung von Rechenzentren und schafft ein regulatorisches Umfeld, das finanzielle und digitale Innovationen fördert.
Die Reduzierung zukünftiger Risiken geht jedoch nicht nur mit der Abhängigkeit von der bestehenden Infrastruktur einher. Neue Kabel, neue alternative Routen und strategische Allianzen sind notwendig – sowohl regional als auch global.
Zusammenfassung
Obwohl die aktuellen Unterwasserkabelprobleme rund um das Rote Meer die Internetgeschwindigkeit in den VAE nicht signifikant beeinflussen, bleibt die Situation fragil. Das Land hat sich bewundernswert auf die Herausforderungen vorbereitet, aber die gesamte Resilienz der Region bleibt ein erhebliches Risiko. Prävention, Diversifizierung und langfristiger Kapazitätsaufbau sind nicht nur technische, sondern auch wirtschaftliche und strategische Prioritäten geworden. Wenn in den kommenden Jahren keine bedeutenden Fortschritte erzielt werden, könnte selbst Dubai die Folgen der globalen Datenverkehrsengpässe zu spüren bekommen.
(Der Artikel basiert auf den Meinungen von Branchenexperten.)
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