Nebenjobs in Dubai: Herausforderung für Junge

Nebenjobs und Arbeitsleistung: Neue Herausforderungen für junge Berufstätige in Dubai
Dubai ist eine Stadt voller Möglichkeiten – aber diese Möglichkeiten treten heute zunehmend in vielfältigen Formen im Leben der Menschen auf. Die jüngeren Generationen, insbesondere die Generation Z und die Millennials, gehen zunehmend neben ihren Vollzeitstellen auch Nebenjobs ein, die allgemein als „Side Hustles“ bekannt sind. Dieser Trend ist nicht nur Ausdruck von Flexibilität und Ehrgeiz, sondern tief in wirtschaftlichen Druck, Inflation, steigenden Wohnkosten und einer neuen Arbeitskultur verwurzelt, die das Konzept der Stabilität neu definiert.
Warum wenden sich junge Menschen Nebenjobs zu?
Jüngste Umfragen zeigen, dass fast die Hälfte der jungen Arbeitnehmer und mehr als die Hälfte der Generation Z zusätzlich zu ihrer Vollzeitbeschäftigung Nebenjobs annehmen. Diese zusätzlichen Aktivitäten manifestieren sich oft als freiberufliche Tätigkeiten, digitale Dienste, Online-Inhalte-Erstellung, Handel oder Kryptowährungsinvestitionen. Dies geschieht, weil eine einzige Einkommensquelle nicht mehr ausreicht, um sich sicher zu fühlen – insbesondere in einer Stadt wie Dubai, in der die Lebenshaltungskosten weiter steigen.
Die ständig steigenden Mietpreise, Bildungsausgaben und täglichen Lebenshaltungskosten belasten die Bewohner zunehmend. Ein Nebenjob dient daher nicht nur der Einkommenssteigerung, sondern fungiert auch als eine Art Sicherheitsnetz für die Zukunft. Viele fühlen sich so, als hätten sie, sollten sie eines Tages ihren Vollzeitjob verlieren, zumindest eine weitere Tätigkeit, auf die sie sich verlassen können.
Das Dilemma des Arbeitgebers
Dieses Phänomen stellt jedoch zunehmend Herausforderungen für Arbeitgeber dar. Häufiger erscheinen junge Mitarbeiter müde zur Arbeit, arbeiten in ihren Pausen an ihren anderen Projekten oder verlassen frühzeitig das Büro für einen weiteren Auftrag. Dies spiegelt nicht zwangsläufig einen Mangel an Loyalität wider, sondern deutet vielmehr auf Überlastung hin.
Arbeitgeber sind sich oft nicht bewusst, dass ihre Mitarbeiter Nebenjobs angenommen haben. Häufig bleiben Side Hustles verborgen – der Vollzeitarbeitgeber sieht nicht, dass jemand abends Websites entwickelt, Inhalte erstellt oder als selbstständiger Unternehmer tätig ist. Daher fällt es der Unternehmensleitung schwer, die Wurzel des Problems zu erkennen. Es sind nicht die Loyalität, sondern das Energieniveau, die Aufmerksamkeit und die Zeit, die fragmentiert werden.
Burnout, Erschöpfung und verminderte Motivation
Eine der häufigsten Folgen ist das Burnout. Wer auf mehreren Fronten gut abschneiden möchte, hat kaum noch Zeit für Erholung, Regeneration, Sport oder soziale Kontakte. Infolgedessen kann die Gesamtleistung abnehmen, der Stresspegel steigen und die Fähigkeit zur Konzentration abnehmen – was sich letztendlich negativ auf die Vollzeitarbeit auswirkt.
Besonders bei der Generation Z ist zu beobachten, dass viele bereits während ihrer Schulzeit mit irgendwelchen Nebenprojekten beginnen. Wenn sie schließlich in die Vollzeitbeschäftigung eintreten, bleiben diese Projekte nicht nur bestehen, sondern entwickeln sich oft weiter. Junge Menschen agieren so in zwei oder drei verschiedenen Arbeitsumgebungen, die sich nicht unbedingt gegenseitig unterstützen. Dieses ständige „Moduswechseln“ kann mental erschöpfend sein.
Der Einfluss der digitalen Wirtschaft
Technologische Fortschritte und die Verbreitung von KI (künstlicher Intelligenz) tragen ebenfalls dazu bei, dass viele nach alternativen Einkommensquellen suchen. Unter den jüngeren Generationen ist die Angst zunehmend verbreitet, dass ihr erlernter Beruf bald automatisiert oder durch einen Algorithmus ersetzt werden könnte. Folglich entscheiden sich viele, sich in mehreren Bereichen zu versuchen: in Kryptowährungen zu investieren, sich im E-Commerce zu wagen, Inhalte zu erstellen oder einfach parallel in mehreren Branchen zu arbeiten.
Es geht dabei nicht nur um Einkommenssteigerung, sondern um eine Art strategische Diversifikation, die darauf abzielt, die Unvorhersehbarkeit der Zukunft zu kompensieren. Laut neuem Denken ist eine Karriere nicht mehr linear, sondern Portfolio-basiert: Nur mit vielfältigen Fähigkeiten, Kontakten und Projekterfahrungen kann man sich auf zukünftige Herausforderungen einstellen.
Wie kann die Unternehmenskultur darauf reagieren?
Dubai, als moderne und wettbewerbsfähige Stadt, sucht Wege, sich an diese neuen Trends anzupassen. Einige Unternehmen haben bereits begonnen, die unternehmerischen Ambitionen ihrer Mitarbeiter zu unterstützen, entweder durch flexiblere Arbeitszeiten oder die Möglichkeit hybrider Arbeit. Andere hingegen verbieten in ihren Arbeitsverträgen ausdrücklich weitere Tätigkeiten.
Die Herausforderung ist klar: Arbeitgeber und Arbeitnehmer müssen gemeinsam ein Gleichgewicht finden, das individuelle Entwicklung ermöglicht, ohne die organisatorische Effizienz zu beeinträchtigen. Offene Kommunikation, realistische Erwartungen und Flexibilität könnten die Werkzeuge sein, die beide Seiten zur Erreichung ihrer Ziele nutzen können.
Schlussfolgerung
Nebenjobs sind kein vorübergehender Trend, sondern eine neue Realität in der Arbeitswelt – besonders in der dynamischen und teuren Umgebung Dubais. Junge Berufstätige nehmen Nebenjobs nicht nur aus finanziellem Gewinn an, sondern auch aus Sicherheitsgründen, zur Selbstverwirklichung und Anpassungsfähigkeit. Heute stellt sich nicht mehr die Frage, ob diese Nebentätigkeiten existieren, sondern wie sie in den Alltag integriert werden können, ohne mentale Gesundheit, Arbeitsleistung und zwischenmenschliche Beziehungen zu kosten. Die Antwort liegt wahrscheinlich in Bewusstsein, Flexibilität und dem Setzen geeigneter Grenzen – sowohl auf der Seite der Mitarbeiter als auch der Arbeitgeber.
(Der Artikel basiert auf Berichten von HR-Profis.)
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