Modewandel: Britische Marken verlassen die VAE

River Island und Debenhams verabschieden sich von der Region – Was bedeutet dies für Käufer und den Einzelhandelssektor in den VAE?
Dubai, eines der bekanntesten Einkaufsmekka des Nahen Ostens, steht vor einer bedeutenden Veränderung, was die Präsenz internationaler Modemarken betrifft. Zwei britische Kaufhausketten mit Wurzeln, River Island und Debenhams, schließen dauerhaft ihre Türen in den Vereinigten Arabischen Emiraten – was nicht nur die Schließung von Geschäften markiert, sondern das Ende einer Ära.
Rückzug britischer Marken
River Island, das jahrzehntelang ein Aushängeschild der britischen Straßenmode war, schloss 2025 33 Geschäfte im Vereinigten Königreich und beginnt nun mit dem Rückzug aus dem Nahen Osten. Die Schließung von Filialen in den VAE, Kuwait und Katar wurde angekündigt, begleitet von massiven Rabatten von bis zu 75% als letzter Versuch, treue Kunden anzulocken.
Mehrere Faktoren stehen hinter dieser Entscheidung. Laut der britischen Presse sah sich River Island steigenden Betriebskosten und einer Verschiebung der Einkaufsvorlieben hin zur Online-Sphäre gegenüber, was zu erheblichen Umsatzeinbußen führte. Das Unternehmen schließt einen erheblichen Teil seiner physischen Geschäfte im Rahmen eines vom Gericht genehmigten Restrukturierungsplans.
Debenhams erlebte ein ähnliches Schicksal, nachdem es seine physischen Geschäfte im Vereinigten Königreich bereits 2021 geschlossen hatte, und hat seitdem die Marke nur noch durch seine Geschäfte im Nahen Osten am Leben erhalten. In den VAE war Debenhams in drei großen Standorten vertreten – der Dubai Mall, Mirdiff City Centre und Mall of the Emirates – von denen nur letzterer vorübergehend in Betrieb bleibt, da die anderen bereits geschlossen wurden.
Die wirtschaftliche Realität hinter dem Abbau
Beide britischen Marken wurden unter Lizenz von der in Kuwait ansässigen Alshaya Group betrieben. Dieses Unternehmen repräsentiert viele andere weltweit bekannte Marken im Nahen Osten, sodass diese Schließungen keine Einzelfälle sind. Auch Pottery Barn und West Elm ereilten ein ähnliches Schicksal und verließen ebenfalls die Einkaufsstraßen in Dubai und Abu Dhabi.
Die Transformation des Einzelhandelssektors ist kein neues Phänomen. Nach der Pandemie beschleunigte sich der Trend zum Online-Shopping noch mehr, ein Trend, der auch in den Emiraten zu spüren ist. Einst ikonische, physisch präsente Filialnetze haben Mühe, mit Online-Modeplattformen Schritt zu halten, insbesondere da die damit verbundenen Mietgebühren, logistischen Herausforderungen und Personalkosten weiter steigen.
Die Dubai Mall, die Mall of the Emirates und andere gehobene Einkaufsorte haben seit Jahrzehnten Käufer aus aller Welt angezogen. Die Schließung solcher Geschäfte betrifft daher nicht nur eine Marke – es geht auch darum, wie der Einzelhandelssektor versucht, sich an die sich ändernden Verbrauchererwartungen anzupassen.
Wie fühlen sich die Käufer?
Für die Käufer kann die Schließung dieser Geschäfte auch einen emotionalen Verlust bedeuten. Sowohl River Island als auch Debenhams sind ikonische Marken, die nicht nur Mode repräsentieren, sondern auch einen Lebensstil. Lokale Käufer – insbesondere diejenigen, die den britischen Stil bevorzugten – müssen zunehmend anderswo suchen, sei es im Online-Shopping oder bei der Entdeckung anderer lokaler Boutiquen und Marken.
Viele erinnern sich nostalgisch an das Kaufhausmodell von Debenhams, in dem Herren-, Damen- und Kinderbekleidung, Schuhe, Haushaltswaren und Kosmetika unter einem Dach erhältlich waren. Solche Einkaufserlebnisse werden seltener – nicht nur in den VAE, sondern weltweit.
Was wird ihren Platz einnehmen?
Diese Frage beschäftigt viele, insbesondere im Hinblick auf die Dubai Mall und die Mall of the Emirates, wo jeder Quadratmeter Gold wert ist. Es ist wahrscheinlich, dass neue, stärker digital fokussierte, moderne Concept Stores oder globale Marken die frei gewordenen Flächen einnehmen werden. Es ist nicht ausgeschlossen, dass technologieorientierte Showrooms, nachhaltige Modemarken oder sogar erlebnisbasierte Pop-up-Stores eine Chance bekommen.
Die Zukunft des Einzelhandels in den VAE
Dubai bleibt eines der attraktivsten Handelszentren der Welt. Die Einkaufslust, der steuerfreie Status, die Konzentration von Luxusmarken und der Tourismus sind alles Faktoren, die sicherstellen, dass der Einzelhandelssektor seine Bedeutung nicht verlieren wird. Der Fokus verlagert sich jedoch zunehmend auf Omnichannel-Lösungen, digitale Erlebnisse und nachhaltige Geschäftsmodelle.
Physische Geschäfte werden nicht vollständig verschwinden – aber jene Akteure, die sich nicht an die sich rasch ändernde Umgebung anpassen können, werden schnell abgehängt. River Island und Debenhams dienen als Warnzeichen für andere noch operierende Einzelhandelsketten, dass die Zeit für alte Modelle vorbei ist.
Abschließende Gedanken
Der Rückzug von River Island und Debenhams aus den Vereinigten Arabischen Emiraten ist nicht nur ein finanzieller Schritt, sondern auch der Abschluss einer Ära. Für lokale Käufer ist es ein Abschied von einer bekannten Marke und für den Markt eine Warnung, dass Anpassung, Innovation und Kundenerlebnisse der Schlüssel zur Zukunft sind.
Nach dem Abgang der Marken könnten sich neue Chancen für andere Akteure eröffnen – aber nur diejenigen werden auf lange Sicht erfolgreich sein, die die Bedürfnisse der modernen Verbraucher verstehen und erfüllen, während Dubais shopbasierte Identität bewahrt wird.
(Quelle des Artikels basierend auf der Ankündigung von River Island.)
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