Krankheit in Dubai? Was tun bei Versicherungslücken?

Was tun, wenn ein Versicherer eine neu diagnostizierte Krankheit in Dubai nicht abdeckt?
Krankenversicherung in Dubai ist nicht mehr nur eine Frage der Bequemlichkeit, sondern eine gesetzliche Verpflichtung. Hinter der Geschwindigkeit, dem technologischen Fortschritt und den hohen Standards des Gesundheitssystems der Stadt steht ein genau regulierter Versicherungsrahmen. Trotzdem kann es vorkommen, dass ein Versicherer einen Teil der Behandlungskosten für eine neu diagnostizierte Krankheit nicht übernimmt – in solchen Fällen ist es entscheidend, seine Rechte und die Möglichkeiten zur Beschwerdeeinreichung zu kennen.
Rechtslage in Dubai
Das Krankenversicherungssystem in Dubai wird durch das Dubai Health Insurance Law No. 11/2013 geregelt. Eine seiner zentralen Bestimmungen, Artikel 13 (3), schreibt vor, dass "der Versicherer alle verfügbaren Mittel nutzen muss, um sicherzustellen, dass der Versicherte die im Krankenversicherungsvertrag festgelegten Rechte vollständig erhält." Dies bedeutet, dass der Versicherer eine vertragliche Leistung nicht aus allgemeinem Anlass oder mit vagen Begründungen ablehnen darf.
Zudem betont Artikel 20, dass der Versicherer verpflichtet ist, die Kosten für im Vertrag festgelegte Behandlungen zu übernehmen, unabhängig davon, ob der Patient seinen Anspruch auf Erstattung der Behandlungskosten auf anderem rechtlichen Wege geltend machen könnte. Dies stellt sicher, dass die betroffene Person die notwendige Versorgung schnell und ohne Hindernisse erhält.
Erster Schritt: Überprüfung der Versicherungspolice
Wenn eine Krankheit neu diagnostiziert wurde, ist der erste Schritt immer, die bestehende Versicherungspolice im Detail zu überprüfen. Einige Versicherungspakete schließen bestimmte Behandlungen aus oder erlauben Leistungen nur bei bestimmten Anbietern. In anderen Fällen können in der Police Wartezeiten (z.B. sechs Monate) festgelegt sein, nach denen bestimmte Leistungen gültig werden.
Es ist wichtig zu beachten, dass ein Versicherer die Behandlung nicht allein deshalb ablehnen kann, weil die Krankheit kürzlich aufgetreten ist. Die Entscheidung muss immer auf den spezifischen Bedingungen der Police basieren.
Zweiter Schritt: Beschwerde beim Versicherer
Wenn Sie der Meinung sind, dass der Versicherer eine Behandlung ungerechtfertigt ablehnt, können Sie eine schriftliche Beschwerde direkt bei ihm einreichen. Es wird empfohlen, der Beschwerde Folgendes beizulegen:
- Die medizinische Diagnose,
- Die Behandlungsempfehlung,
- und alle dazugehörigen Rechnungen oder ärztlichen Unterlagen.
Der Versicherer ist verpflichtet, die Beschwerde zu prüfen und innerhalb einer angemessenen Frist darauf zu antworten.
Dritter Schritt: Kontakt zur Dubai Health Insurance Corporation
Wenn der Versicherer nicht inhaltlich antwortet oder weiterhin den legitimen Anspruch ablehnt, ist der nächste Schritt, die Dubai Health Insurance Corporation (DHIC) zu kontaktieren. Die DHIC ist Teil der Dubai Health Authority (DHA) und für die Klärung von Versicherungsstreitigkeiten zuständig.
Vor Einreichung einer Beschwerde ist es wichtig, die Regeln der Verwaltungsentscheidung 78/2022 zu beachten, insbesondere die Punkte in Artikel 28 (b). Dementsprechend muss die Beschwerde:
- Die persönlichen Daten des Beschwerdeführers enthalten,
- Das Problem klar und detailliert beschreiben,
- Alle dazugehörigen Dokumente beifügen,
- In Arabisch oder sowohl Arabisch als auch Englisch eingereicht werden,
- und die formalen Anforderungen der DHIC erfüllen.
Die Entscheidung der DHIC hat rechtliches Gewicht, und oft ist es obligatorisch, den Streit vor der DHIC zu präsentieren, bevor Gerichts- oder Schiedsverfahren eingeleitet werden. Dieser Prozess kann nicht nur schneller sein, sondern auch helfen, die Beziehung zwischen dem Kunden und dem Versicherer ohne Gerichtsverfahren zu klären.
Sonderfälle und Ausnahmen
Es kann vorkommen, dass der Versicherer eine neu diagnostizierte Krankheit als "vorbestehende Bedingung" behandelt, insbesondere wenn erste Symptome bereits früher aufgetreten sind. In solchen Situationen versuchen Versicherer oft, sich auf Vertragsklauseln zu berufen, die Behandlungen für vorbestehende Bedingungen ausschließen.
Wurde die Krankheit jedoch dokumentiert erstmals während der aktuellen Versicherungsperiode diagnostiziert, ist der Versicherer verpflichtet, die Behandlung zu übernehmen – solange sie nicht im Vertrag ausgeschlossen ist.
Nützliche Tipps für Betroffene
Nicht ruhen lassen: Nach der ersten Ablehnung verfolgen viele die Beschwerde nicht weiter, obwohl einige Ansprüche nur aufgrund mangelnder Dokumentation abgelehnt werden.
Alles dokumentieren: Behalten Sie Diagnosen, Behandlungspläne, Versichererantworten und E-Mails.
Emotionalen Ansatz vermeiden: Beschwerdebehandlungen sind ein formales Verfahren, es ist ratsam, ein objektives und gut strukturiertes Beschwerdeschreiben zu verfassen.
Rechtsberater hinzuziehen: Im Zweifelsfall kann es sich lohnen, unabhängigen rechtlichen Rat einzuholen, insbesondere wenn der Versicherer regelmäßig Behandlungen ablehnt.
Zusammenfassung
In Dubai ist das Krankenversicherungssystem streng reguliert und schützt in erster Linie die Interessen der Versicherten. Wenn ein Versicherer sich weigert, die Behandlung einer neu diagnostizierten Krankheit zu übernehmen, hat der Kunde das Recht, zunächst eine Beschwerde einzureichen und sich bei Bedarf an die DHIC zu wenden. Es ist wichtig, dass die betroffene Person ihre Versicherungspolice gründlich überprüft und jeden Schritt dokumentiert. Die Transparenz des Dubai-Systems und die Arbeitsweise der Regulierungsbehörden sorgen dafür, dass berechtigte Ansprüche letztendlich durchgesetzt werden können.
(Quelle des Artikels: Basierend auf Artikel 13 (3) des Dubai Health Insurance Law No. 11 von 2013.)
Wenn Sie einen Fehler auf dieser Seite finden, bitte informieren Sie uns per E-Mail.


