Gold und Silber: Sicher trotz Preisrückgang

Die Preise für Gold und Silber sind zur Wochenmitte leicht gefallen, doch die globale Unsicherheit bietet weiterhin starke Unterstützung für den Markt der Edelmetalle. Der Investoren-Sentiment spiegelt sowohl kurzfristige Gewinnmitnahmen als auch eine langfristige Suche nach Sicherheit wider. Moderate Korrekturen wurden sowohl auf dem Markt in Dubai als auch international beobachtet, während die Erwartungen der Analysten bis Ende 2026 besonders optimistisch blieben.
Leichte Korrektur auf dem Goldmarkt in Dubai
Am Donnerstagmorgen eröffnete der Preis für 24-Karat-Gold auf dem Goldmarkt in Dubai bei 625,75 Dirham pro Gramm, verglichen mit 628,25 Dirham am Vorabend. Das 22-Karat-Gold wurde zu 579,25 Dirham, das 21-Karat-Gold zu 555,50 Dirham, das 18-Karat-Gold zu 476,25 Dirham und das 14-Karat-Gold zu 371,5 Dirham gehandelt. Der Rückgang ist nicht drastisch, sondern vielmehr eine technische Korrektur nach einer starken Aufwärtsphase.
International lag der Spotpreis für Gold bei 5.198,52 US-Dollar pro Unze, was einem Rückgang von 0,17 % entspricht. Der Preis für Silber fiel um 1,2 % und lag bei etwa 330,25 Dirham. Obwohl die Zahlen einen Rückgang zeigen, bleibt das Gesamtbild stabil, insbesondere in der aktuellen geopolitischen Umgebung.
Warum bleibt die Grundstärke des Goldes bestehen?
Verschiedene strukturelle Faktoren stützen derzeit den Preis von Edelmetallen. Eine neue Welle globaler Handelsstreitigkeiten, steigende Zölle und geopolitische Spannungen sind alles Faktoren, die Unsicherheit an den Finanzmärkten erzeugen. Wenn Aktienmärkte schwanken und die Renditen des Anleihemarktes volatil sind, wenden sich Investoren traditionell Vermögenswerten zu, die ihren Wert halten.
In diesem Kontext ist Gold nicht nur eine Ware, sondern ein strategischer Reservewert. Die Käufe von Zentralbanken sind weltweit lebhaft geblieben, was langfristige Unterstützung für seinen Preis bietet. Der verstärkte Trend der Diversifikation - Bestrebungen, die Exponierung gegenüber Dollar- und Aktienmärkten zu reduzieren - lenkt ebenfalls Kapital in Richtung Gold.
Zollkriege und Risiken in der Lieferkette
Der neue weltweite Zoll von 10 %, den die Vereinigten Staaten auferlegt haben, setzt zusätzlichen Druck auf den internationalen Handel. Die Maßnahme ist in Kraft getreten, und die Märkte spekulieren bereits, dass die Zölle weiter steigen könnten. Ein solches Szenario könnte frühere Handelskonflikte wiederbeleben, die bereits erhebliche Störungen in globalen Lieferketten verursacht haben.
Die Verwundbarkeit von Lieferketten hat direkte Auswirkungen auf Inflation, Unternehmensgewinne und das Verbrauchervertrauen. Wenn wirtschaftliche Akteure keine Klarheit über die Zukunft haben, gewinnen risikoaverse Strategien an Wert. In solchen Zeiten nimmt die Nachfrage nach Gold und Silber in der Regel zu, auch wenn kurzfristige Preisschwankungen beobachtet werden.
Geopolitische Verhandlungen und Risikoaufschlag
Das Augenmerk der Märkte ist derzeit auf die Wiederaufnahme der Gespräche zwischen Washington und Teheran gerichtet. Obwohl die beteiligten Parteien die Absicht bekundet haben zu verhandeln, bleibt der Weg zu einem endgültigen Abkommen mit Hindernissen gespickt. Ein mögliches Scheitern der Verhandlungen könnte plötzlich das regionale Risiko erhöhen und Kapital in Richtung sicherer Anlagewerte lenken.
In Osteuropa besteht weiterhin Instabilität aufgrund von bewaffneten Konflikten, während in Lateinamerika steigende politische Unsicherheit zu beobachten ist. Diese Faktoren zusammen schaffen ein globales Umfeld, in dem Investoren bereit sind, eine Prämie für Sicherheit zu zahlen. Diese Risikoaufschlag spiegelt sich auch im Goldpreis wider.
Kühne Prognosen bis 2026
Eine große amerikanische Bank hat ihre langfristige Goldpreisprognose erheblich angehoben: der neue Zielpreis liegt bei 4.500 US-Dollar pro Unze, mit einem potenziellen Niveau von 6.300 US-Dollar bis Ende 2026. Dies deutet auf eine extrem starke, strukturelle Aufwärtsentwicklung hin.
Mehrere Faktoren untermauern solche Prognosen. Erstens ist das globale Schuldenniveau historisch hoch und könnte langfristig inflationsbedingte Druck erzeugen. Zweitens sorgt die Erhöhung der Goldreserven von Zentralbanken für anhaltende Nachfrageunterstützung. Drittens drängt die geopolitische Blockbildung und Fragmentierung des Finanzsystems Länder dazu, alternative Reservewerte zu akkumulieren.
Silber: Unterschätzter Begleiter oder eigenständige Geschichte?
Silber folgt oft den Bewegungen von Gold, hat aber aufgrund seiner industriellen Anwendungen eigene Dynamiken. Der Energiewandel, die Herstellung von Solarmodulen und die Verbreitung von Elektrofahrzeugen steigern die industrielle Nachfrage. Dies könnte langfristig eine stabile Grundlage für Silber bieten, auch wenn größere kurzfristige Volatilität beobachtet wird.
Der aktuelle Rückgang um 1,2 % ist eher eine technische Korrektur. Wenn Gold in einem anhaltenden Aufwärtstrend bleibt, könnte auch Silber vom gesteigerten Investoreninteresse profitieren.
Kurzfristige Bewegungen, langfristige Trends
Der aktuelle Preisrückgang signalisiert daher nicht unbedingt eine Trendumkehr. Es ist vielmehr eine Konsolidierungsphase, in der der Markt Risiken neu bewertet. Die Kombination aus globalen Zollspannungen, geopolitischen Unsicherheiten, Inflationsaussichten und struktureller Diversifikation stützt weiterhin Edelmetalle.
Der beobachtete leichte Rückgang auf dem Markt in Dubai kann als Gelegenheit für diejenigen betrachtet werden, die langfristig denken. Die Rolle von Edelmetallen in Portfolios ist nicht nur spekulativ, sondern von strategischer Bedeutung. Solange die globalen politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten anhalten, ist es unwahrscheinlich, dass die Nachfrage nach Gold und Silber signifikant verschwindet.
Insgesamt bietet die aktuelle Marktlage ein klassisches Paradoxon: Die kurzfristigen Preise fallen, während der grundlegende Hintergrund stärkt. Die Frage ist nicht, ob es Volatilität geben wird, sondern wie Investoren in den kommenden Jahren Risiken bewerten werden. Wenn sich die globalen Spannungen nicht entspannen, bleibt der Weg zu höheren Preisniveaus für Edelmetalle offen.
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