Gesundheitsreport: Fortschritte in den VAE, Herausforderungen bleiben

Gesundheitsreport: Fortschritte in den VAE, Herausforderungen bleiben
Die Nationale Gesundheits- und Ernährungsstudie, durchgeführt vom Gesundheitsministerium der Vereinigten Arabischen Emirate in den Jahren 2024-2025, bietet einen umfassenden Überblick über den Gesundheitszustand der Bevölkerung des Landes. Auf den ersten Blick sind die Ergebnisse ermutigend: Menschen rauchen weniger, bewegen sich mehr und einige zuvor kritische Gesundheitsindikatoren zeigen Verbesserungen. Jedoch bestehen neben diesen positiven Trends gesundheitliche Risiken im Zusammenhang mit ungesunden Lebensgewohnheiten fort, die langfristig schwerwiegende Folgen für Einzelpersonen und das Gesundheitssystem insgesamt haben könnten.
Rückgang des Rauchens, Anstieg der Aktivität
Eine der bemerkenswertesten Erkenntnisse der Studie ist, dass der Anteil der Raucher in den VAE in den letzten 15 Jahren um 2,4 Prozentpunkte gesunken ist. Dies ist ein bedeutender Erfolg, vor allem unter Berücksichtigung der Tatsache, dass das Rauchen weltweit eine ernste gesundheitliche und wirtschaftliche Belastung darstellt. Zudem hat sich das Maß an körperlicher Aktivität erhöht: In den letzten sieben Jahren ist der Anteil der Menschen, die sich regelmäßig sportlich betätigen, um 11,7% gestiegen.
Leider gibt es trotz dieser positiven Entwicklung weiterhin ernsthafte Bedenken, denn 59,1% der Erwachsenen über 18 Jahren erfüllen nicht die Mindestanforderungen an körperliche Aktivität. Dies zeigt, dass obwohl die Richtung der Entwicklung positiv ist, noch viel getan werden muss, um die Gesellschaft zu einem aktiveren Lebensstil zu ermutigen.
Rückläufiger Bluthochdruck, jedoch hohe Werte bleiben
Der Anteil der Menschen mit Bluthochdruck ist in den letzten sieben Jahren um 2,9% gesunken. Dies ist eine günstige Entwicklung, da Hypertonie eine der häufigsten chronischen Erkrankungen ist, die ein großes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen darstellt. Dennoch ist immer noch einer von vier Erwachsenen (25,9%) von Bluthochdruck betroffen, was die Bedeutung präventiver Gesundheitsdienste und Lebensstilberatung unterstreicht.
Rückgang der Fettleibigkeit, jedoch bleibt es ein ernstes Problem
Die Prävalenz von Fettleibigkeit hat zwischen 2010 und 2025 um 14,8% abgenommen, aber die neuesten Daten zeigen, dass 22,4% der Erwachsenen immer noch übergewichtig oder fettleibig sind. Besonders besorgniserregend ist, dass 16,1% der Kinder im Alter von 6 bis 17 Jahren ebenfalls fettleibig sind, während dieser Wert bei den unter Fünfjährigen „nur“ 2,2% beträgt. Diese letztere Zahl deutet darauf hin, dass die Ess- und Bewegungsgewohnheiten von schulpflichtigen Kindern sich über die Jahre zum Schlechten ändern.
Vitaminmangel, zuckerhaltige Getränke und übermäßiger Salzkonsum
Laut der Umfrage ist Vitamin-D-Mangel ein ernstes Problem: Fast die Hälfte (49,3%) der Erwachsenen und 69,1% der Kinder leiden an diesem Mangel. Dies ist besonders überraschend in einem sonnenreichen Land und legt nahe, dass Lebensstilfaktoren wie die Zeit in Innenräumen oder der übermäßige Gebrauch von Sonnenschutzmitteln die Vitaminversorgung erheblich beeinflussen.
Unter den Ernährungsproblemen sticht ein übermäßiger Salzkonsum hervor, der 96,2% der Befragten betrifft. Zudem konsumieren 27,3% mehr Zucker als empfohlen, und 56,1% nehmen täglich zu viel Fett zu sich. Die durchschnittliche tägliche Energieaufnahme lag bei 2852 Kilokalorien, und die durchschnittliche Ballaststoffaufnahme lag mit 23,1 Gramm im relativ guten Bereich.
Auffällig ist auch der tägliche Konsum zuckerhaltiger Getränke: 27,4% der Befragten gaben an, solche Getränke täglich zu konsumieren. Diese Gewohnheit trägt erheblich zur Gewichtszunahme und zu Stoffwechselstörungen wie Insulinresistenz und Typ-2-Diabetes bei.
Ernährung von Frauen und Kindern: vielversprechende Ergebnisse
Ein positiver Aspekt der Umfrage ist die vergleichsweise gute Ernährungsvielfalt bei Frauen und kleinen Kindern: 85,1% der Frauen im Alter von 15 bis 49 Jahren und 77,9% der Kinder zwischen 6 Monaten und 5 Jahren konsumierten innerhalb eines 24-Stunden-Zeitraums mindestens fünf verschiedene Lebensmittelgruppen. Diese Daten deuten darauf hin, dass bereits ein grundlegendes Ernährungsbewusstsein in diesen Gruppen vorhanden ist, allerdings besteht noch Raum für Verbesserungen im Bereich der hochwertigen Ernährung.
Gesundheitsversorgung: Hervorragender Zugang
Der Zugang zur Gesundheitsversorgung für schwangere Frauen ist nahezu vollständig: 99,6% suchten mindestens einmal während der Schwangerschaft einen Arzt auf, und 94,8% nahmen mindestens vier Vorsorgeuntersuchungen wahr. Dies zeigt, dass der Mutterschaftsvorsorge in den VAE große Aufmerksamkeit gewidmet wird und die Infrastruktur gut funktioniert.
Die Zukunft: Datengetriebene Gesundheitspolitik
Die Umfrage ist nicht nur eine Zusammenfassung trockener statistischer Daten, sondern bietet auch eine Grundlage für die Entscheidungsträger der Gesundheitspolitik im Land. Die Fragebögen wurden gemäß WHO-Standards erstellt und standen in Arabisch, Englisch, Hindi und Urdu zur Verfügung, was eine vielfältige Vertretung der Bevölkerung des Landes gewährleistet.
Mehr als 22.000 Haushalte wurden während der Umfrage besucht, darunter Bürger, ausländische Einwohner und in Unterkünften lebende Arbeitnehmer. Die Datenerfassung erfolgte über elektronische Fragebögen und Labortests, und bei der Auswertung der Ergebnisse wurden die neuesten digitalen Werkzeuge verwendet.
Die langfristige Gesundheitsvision der VAE weist auf ein nachhaltiges, präventionsorientiertes System hin. Diese Umfrage wird als entscheidender Kompass dienen, um zukünftige Kampagnen, Screenings und Programme zur Lebensstiländerung zu planen.
Zusammenfassung
Die Gesundheitsindikatoren in den VAE sind ermutigend, allerdings erfordern Lebensstilfaktoren wie Fettleibigkeit, körperliche Inaktivität, Zucker- und Salzkonsum sowie Vitaminmängel ernsthafte Aufmerksamkeit. Die Ergebnisse der Umfrage zeigen deutlich, dass die Verbesserung der Gesundheit der Bevölkerung nicht nur ein medizinisches, sondern auch ein kulturelles, pädagogisches und soziales Anliegen ist. Die Entscheidungsträger haben nun ein Instrument, mit dem sie das Gesundheitssystem gezielt und datengesteuert entwickeln können – und die Bürger können davon profitieren.
(Basierend auf einer neuen Studie.)
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