Gesundes Essen: Abu Dhabi-Schulen machen Ernst

Datteln statt Schokolade: Abu Dhabi-Schulen bereit für gesündere Ernährungsregeln
Während sich der März dem Ende zuneigt, betreten die Schulen in Abu Dhabi eine neue Phase: Die strengeren Vorschriften für gesundes Schulessen treten in Kraft und betreffen nicht nur das Angebot in den Schulkantinen, sondern auch Lebensmittel, die von zu Hause mitgebracht werden. Diese Änderung kam nicht über Nacht. Mehrere Institutionen begannen diesen Übergang vor Jahren und erkannten, dass echte Ergebnisse nicht durch Verbote erzielt werden, sondern durch Konsistenz, Bildung und Zusammenarbeit.
Das Ziel der neuen Richtlinien ist klar: Die Präsenz von verarbeiteten Lebensmitteln, zuckerhaltigen Getränken und übermäßig fettreichen Speisen in der schulischen Umgebung zu reduzieren und somit langfristig gesündere Gewohnheiten bei den Schülern zu fördern. Der Fokus liegt nicht nur auf den in den Kantinen angebotenen Mahlzeiten, sondern auch darauf, was die Schüler in ihren Brotdosen mitbringen.
Jahrelange Vorbereitung für den Übergang
Mehrere Schulen begannen lange vor der offiziellen Frist damit, ihre Systeme zu überarbeiten. Die Abschaffung von frittierten, öreichen Lebensmitteln, die Vermeidung von fetthaltigen Gerichten und das Einbeziehen lizenzierter gesunder Catering-Services erfolgte schrittweise. Die Zeit nach der Pandemie war ein besonders entscheidender Wendepunkt: Mahlzeiten aus zentral regulierten, überwachten Küchen machten die Versorgung transparenter und sicherer.
Doch die eigentliche Herausforderung bestand nicht darin, die Menüs zu entwerfen, sondern die Denkweisen zu ändern. Die üblichen festlichen Praktiken der Eltern—Schokoladen, Süßigkeiten und Bonbons zu besonderen Anlässen zu schicken—ließen sich nur schwer mit den neuen Erwartungen in Einklang bringen. Daher schickten die Schulen detaillierte Mitteilungen mit genauen Listen darüber, was als verbotenes Produkt gilt und was als akzeptable Alternative betrachtet wird.
Feiern neu denken
Der größte Widerstand entstand bei Gemeinschaftsveranstaltungen. An Nationalfeiertagen oder Schulveranstaltungen wollten viele Familien traditionelle Süßigkeiten, salzige Snacks und zuckerhaltige Getränke in die Schule bringen. Doch die Schulen machten klar: Die Vorschriften gelten für alle Anlässe. An manchen Tagen war jegliches externes Essen völlig verboten, und nur die Schulkantine durfte Erfrischungen bereitstellen.
Der Übergang verursachte zunächst Spannungen, doch konsequente Kommunikation brachte Ergebnisse. Schokoladen wurden allmählich durch Datteln, Hafer-basierte Gebäckartikel und andere Alternativen aus natürlicheren Zutaten ersetzt. Eines der wichtigsten Anzeichen für den Wandel war, als die Schüler selbst anfingen zu fragen, was erlaubt ist und was nicht. Dieses Bewusstsein zeigt, dass die Regelung über administrative Vorgaben hinausgeht—ein echter Kulturwandel ist im Gange.
Strenge Kontrolle, unterstützender Ansatz
Die Schulen verlassen sich nicht nur auf Verbote. Die detaillierte Kennzeichnung von Kantinenessen—Kaloriengehalt, Zutaten, Zuckermenge, Verfallsdatum—macht die Auswahl transparenter. Die Lehrer überprüfen regelmäßig die Brotdosen, insbesondere in den unteren Klassen. Wenn sie einen verbotenen Artikel finden, darf er in der Schule nicht konsumiert werden und wird am Ende des Tages an die Eltern zurückgegeben.
Es ist entscheidend zu betonen, dass das Ziel dieser Maßnahmen nicht Bestrafung ist. Wenn das Mittagessen eines Schülers nicht den Vorschriften entspricht, bietet die Schule oft auf eigene Kosten eine gesunde Alternative an, damit niemand hungrig bleibt. Die Essenz der Philosophie ist Sicherheit und Bildung, nicht Beschämung.
Die Ergebnisse sind bereits sichtbar: In einigen Einrichtungen beträgt die Zusammenarbeit der Eltern 80–85%. In den verbleibenden Fällen sollen weitere Kommunikation und persönliche Gespräche die Einhaltung verbessern.
Bewusstsein als langfristige Investition
Einige Schulen befassen sich seit mehr als einem Jahrzehnt mit gesunder Ernährung. Flyer, Klassenaktivitäten, morgendliche Briefings und kreative Wettbewerbe helfen den Schülern, gesunde Lebensmittel nicht als Verpflichtung, sondern als Chance zu sehen. Das Ziel ist, dass die Schüler diese Art von Gerichten genießen und sie nicht nur aus Angst vor Überwachung wählen.
Dieser Ansatz ist besonders wichtig in einer Region, in der Fast Food und zuckerhaltige Getränke leicht zugänglich sind und in der Fettleibigkeit bei Kindern weltweit ein Anliegen ist. Daher spielen Schulen eine Rolle über die Bildung hinaus: Sie sind auch aus gesundheitspolitischer Sicht von entscheidender Bedeutung.
Das System ist bereit, die Aufgabe besteht in der Erhaltung
Da sich die Frist im März nähert, erklären die meisten Institutionen selbstbewusst: Sie sind betriebsbereit. Die Regeln sind klar, Kontrollmechanismen funktionieren und die Lieferantensysteme sind stabil. Die Herausforderung besteht nun nicht in der Einführung, sondern in der Nachhaltigkeit.
Die kommende Zeit wird sich darauf konzentrieren, sicherzustellen, dass das gewonnene Bewusstsein nicht verblasst. Dauerhafte Bildung erfordert fortlaufende Arbeit, insbesondere für neu hinzukommende Familien. Daher setzen die Schulen die Stärkung der Zusammenarbeit mit regelmäßiger Kommunikation, Informationsmaterialien und Gemeinschaftsprogrammen fort.
Das Beispiel von Abu Dhabi zeigt deutlich, dass strenge Regulierung und einfühlsame Umsetzung sich nicht ausschließen. "Datteln statt Schokolade" ist nicht nur ein Slogan, sondern ein Symbol für einen Paradigmenwechsel. Eine Richtung, in der Gesundheit keine Kampagneninitiative, sondern ein natürlicher Teil des Alltags ist.
Veränderung ist nicht immer angenehm, besonders wenn sie Traditionen und Gewohnheiten betrifft. Doch wenn das Ergebnis eine gesündere, bewusstere Generation ist, zahlt sich der Preis des vorübergehenden Widerstands langfristig aus. Die Schulen in Abu Dhabi marschieren nun auf diesem Weg—konsequent, vorbereitet und mit wachsender Unterstützung.
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