Abu Dhabi Schulen: Keine Zuckergetränke mehr erlaubt!

Strengere Ernährungsrichtlinien in Abu Dhabi Schulen: Zuckergetränke und verarbeitete Lebensmittel verboten
In der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate ist die Regulierung der gesunden Ernährung von Kindern einen neuen Schritt vorangekommen. Die aktualisierte Richtlinie der Bildungsbehörde definiert klar, welche Lebensmittel und Getränke auf dem Schulgelände nicht erlaubt sind - weder in den von den Einrichtungen bereitgestellten Menüs noch in von zu Hause mitgebrachten Lunchboxen. Das Ziel ist klar: Gesundheitsrisiken verringern, das richtige Wachstum unterstützen und eine einheitliche, transparente Praxis in allen frühen Bildungseinrichtungen etablieren.
Die Botschaft dieser Entscheidung ist klar: Die Ernährung von Kindern ist nicht nur eine Familienangelegenheit, sondern auch eine Gemeinschaftsverantwortung. Die Einrichtungen müssen nicht nur die Vorschriften umsetzen, sondern aktiv die Eltern in Entscheidungen einbeziehen, die die Ernährung der Kinder betreffen. Somit sind die neuen Richtlinien nicht nur Verbote, sondern wirken als Werkzeug zur Perspektivbildung.
Zuckerhaltige Getränke und Koffein: Null Toleranz
Eines der auffälligsten Elemente der Verbotsliste ist der vollständige Ausschluss von zuckerhaltigen Getränken. Nicht nur kohlensäurehaltige Softdrinks, sondern auch Sirupe, Fruchtsäfte, Energydrinks und die meisten Sportgetränke sind verboten. Besonders betont wird der Verzicht auf koffeinhaltige Getränke: Weder heißer noch eisgekühlter Kaffee und Tee dürfen in die Einrichtungen mitgebracht werden.
Die Regelung basiert auf klaren gesundheitsbezogenen Überlegungen. Ein übermäßiger Zuckerkonsum steht im Zusammenhang mit Fettleibigkeit, Zahnproblemen und frühen Stoffwechselstörungen. Koffein ist besonders im Kindesalter riskant, da es die Schlafqualität, Konzentration und den Herzrhythmus beeinflussen kann.
Die Einrichtungen müssen die Liste der verbotenen Artikel deutlich an Eltern und Personal kommunizieren und regelmäßig die Einhaltung der Vorschriften überprüfen.
Zucker, Fett, Salz: Reduzierung verarbeiteter Lebensmittel
Nach den neuen Richtlinien sind Lebensmittel mit zugesetztem Zucker oder hohem Fett- oder Salzgehalt verboten. Klassische Süßigkeiten – Bonbons, Lutscher, Kaugummi, Marshmallows, Karamell – stehen klar auf der Verbotsliste. Schokolade ist nur in begrenzten Formen erlaubt, und gefrorene Desserts, aromatisierte Milch und Joghurts sind ebenfalls nicht gestattet.
Ein separater Abschnitt befasst sich mit übermäßig salzigen Lebensmitteln. Dazu gehören frittierte Hähnchen, Chicken Nuggets, verschiedene frittierte Lebensmittel sowie Kartoffel- und maishaltige Snacks. Auch verarbeitete Fleischprodukte wie Hot Dogs oder Aufschnitt fallen in die verbotene Kategorie.
Diese Maßnahme zielt nicht nur darauf ab, aktuelle Essgewohnheiten zu verändern, sondern dient auch als langfristiges Präventionsmittel. Die während der Kindheit entwickelten Geschmacks- und Ernährungsgewohnheiten können die Gesundheit im Erwachsenenalter erheblich beeinflussen.
Ausschluss von stark verarbeiteten Produkten und Zusätzen
Eines der strengsten Elemente der neuen Vorschriften ist die Beschränkung von stark verarbeiteten Lebensmitteln. Produkte, die künstliche Süßstoffe, Konservierungsstoffe, Farbstoffe oder Geschmacksverstärker enthalten, dürfen nicht in die Einrichtungen mitgebracht werden. Die Verwendung bestimmter künstlicher Farbstoffe oder MSG ist ausdrücklich verboten.
Verschiedene Fertigsaucen – Mayonnaise, Chilisoße, Ketchup – sind nur unter strengen Bedingungen erlaubt, und Versionen mit hohem Salz- oder Zuckergehalt sind nicht akzeptabel.
Dieser Ansatz geht über das Kalorienzählen hinaus. Der Fokus liegt auf Qualität, Natürlichkeit und minimaler industrieller Intervention.
Spezifische Einschränkungen und Sicherheitsüberlegungen
Verbotene Kategorien umfassen bestimmte religiös und kulturell sensible Lebensmittel sowie Produkte, die Alkohol oder dessen Derivate enthalten. Lebensmittel mit gehärteten Fetten, nicht pasteurisierten Getränken und bestimmten Sojaprodukten sind ebenfalls nicht erlaubt.
Besondere Aufmerksamkeit gilt Allergenen und Lebensmitteln, die Erstickungsgefahren darstellen. Das Verbot von Nüssen beispielsweise dient der Verhinderung allergischer Reaktionen. Die Einrichtungen müssen sicherstellen, dass jedes Kind in einer sicheren Umgebung essen kann.
Überwachung und rechtliche Konsequenzen
Die Einhaltung der Vorschriften ist nicht optional. Die Einrichtungen müssen einen benannten Mitarbeiter – wie einen Gesundheitsbeauftragten – ernennen, um regelmäßige Kontrollen durchzuführen. Sie müssen Verstöße dokumentieren und definierte Korrekturmaßnahmen bei wiederholten Verstößen anwenden.
Verstöße gegen die Regeln können rechtliche Konsequenzen haben. Die Bildungsbehörde ist berechtigt, einzugreifen und erforderlichenfalls Sanktionen anzuwenden. Dieser Rahmen macht deutlich, dass die Gesundheit der Kinder nicht verhandelbar ist.
Ernährung der Kleinsten: Besondere Regeln
Die Regelung befasst sich auch mit den besonderen Bedürfnissen von Säuglingen und Kleinkindern. Babys unter sechs Monaten dürfen nur auf ärztlichen Rat hin zusätzliche Nahrung oder Wasser erhalten. Die Einführung von fester Nahrung unterliegt ebenfalls professionellen Empfehlungen.
Die Einrichtungen müssen das Stillen unterstützen, geeignete Einrichtungen bereitstellen und strikte Hygienestandards beim Flaschensfüttern einhalten. Die Möbel und Ausstattungen, die für das Essen verwendet werden, müssen altersgerecht sein, um sicherzustellen, dass Kinder sicher und bequem essen können.
Ein wichtiges Prinzip ist, dass Nahrung niemals als Belohnung oder Bestrafung verwendet werden sollte. Ernährung sollte ein Werkzeug für Pflege und Entwicklung bleiben.
Langfristiger Mentalitätswandel in den Vereinigten Arabischen Emiraten
Die neuen Richtlinien sind keine isolierten Maßnahmen, sondern Teil einer umfassenderen Strategie für die öffentliche Gesundheit. Das Ziel ist es, eine Generation zu erziehen, die fundierte Entscheidungen trifft, die Bedeutung gesunder Lebensmittel versteht und eine ausgewogene Ernährung als Norm betrachtet.
Obwohl das Regelwerk auf Einrichtungen in Abu Dhabi zutrifft, steht die Geisteshaltung im Einklang mit dem Modernisierungs- und Wohlergehensbestreben, das in den gesamten Vereinigten Arabischen Emiraten, einschließlich Dubai, beobachtet wird. Die Unterstützung eines gesunden Lebensstils wird zunehmend zu einem zentralen Element der Bildungs- und Gemeinschaftspolitik.
Die Veränderung mag zunächst streng erscheinen, insbesondere für diejenigen, die an traditionelle Snacks gewöhnt sind. Langfristig könnten diese Maßnahmen jedoch dazu beitragen, dass Kinder energischer, konzentrierter und widerstandsfähiger werden. Somit bietet die Schulumgebung nicht nur Wissen, sondern auch eine gesunde Grundlage für zukünftige Generationen.
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